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	<title>green.social blog &#187; Wirtschaftswachstum</title>
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		<title>Öl und Wirtschaft &#8211; Dreamteam ohne Zukunft</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jun 2008 16:35:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Beitrag über eine gescheiterte Ehe und unwägbare Konsequenzen, mit aktuellem Hintergrund.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=24&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das heutige Thema ist hochaktuell: An den Zapfsäulen steigen die Preise, die OPEC-Ölförderländer werfen ein bisschen Öl auf den Markt &#8211; ein Tropfen auf den heißen Preis &#8211; und in den letzten Jahren ist der Energiepreis nirgends mehr gefallen.<br />
Öl ist der zentrale Schmierstoff unserer Weltwirtschaft und die <strong>wichtigste globale Ressource</strong>. Würde uns augenblicklich das Öl ausgehen, bedeutete das den Zusammenbruch des industriewirtschaftlichen Systems. Die ganze Welt wäre aufgeschmissen &#8211; das zeigt auch ein Blick ins Geschichtsbuch: Die erste Ölkrise 1973, verursacht durch einen Lieferboykott der arabischen Ölförderstaaten löste eine weltweite Stagnation der Wirtschaft aus. Im folgenden Jahr `74 kam es in Deutschland gar zu einem Nullwachstum (siehe:<a title="Wirtschaftswachstum" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/06/16/wirtschaftswachstum-quelle-wandels/" target="_blank"> Wirtschaftswachstum</a>).</p>
<p><em>Öl prägt den Lebensstil der westlichen Welt wie kein zweiter Rohstoff</em>; es wird nicht nur in Auto- und Schiffsmotoren, Flugzeugturbinen, Generatoren verbrannt, man gewinnt auch ganz herkömmliche Heizenergie oder Strom daraus und verarbeitet es zum Beispiel in Kunststoffen.<br />
Wegen dieser immensen Bedeutung des Öls spielte es seit Beginn der Industrialisierung schon immer eine zentrale Rolle in geopolitischen Strategien. Das läuft dabei so: Wer in der Weltpolitik ohnehin Macht hat, reißt sich den Zugang zu billigem Öl durch geschicktes Taktieren unter den Nagel, und stärkt damit die eigene Wirtschaft &#8211; gewinnt also noch mehr Macht. Und dass um Öl auch Kriege geführt werden, ist mehr ein Allgemeinplatz als eine gewagte These. Die USA sind <span style="text-decoration:line-through;">das perfekte Beispiel</span> nur ein Beispiel von vielen. Was die NATO nämlich in ihrem aktuellen Strategikonzept schreibt, liest sich so:</p>
<blockquote><p>&#8222;Sicherheitsinteressen des Bündnisses können von anderen Risiken umfassender Natur berührt werden, einschließlich (&#8230;) der Unterbrechung der Zufuhr lebenswichtiger Ressourcen&#8220; (NATO). &#8211; Oder, im Klartext: Zur Not greift die NATO zu militärischen Mitteln, um ihre Ölzufuhr zu sichern.</p></blockquote>
<p>Eins muss noch betont werden &#8211; wenn vom &#8222;Versiegen des Öls&#8220; die Rede ist, so ist das der Extremfall. Ob und wann er eintreten wird, darum geht`s gleich. Aber wirtschaftspolitisch gesehen ist es <span style="text-decoration:line-through;">scheißegal</span> irrelevant, wie groß die potentiellen Ölreserven noch sind. Das einzige, was für profitorientierte, kurzfristig denkende Konzerne ebenso wie für ganze Staaten und die internationale Gemeinschaft von Belang ist, ist der Zugang zu<em> günstigem</em> Öl.</p>
<p>Wir haben festgestellt, unsere Gesellschaft als &#8222;technische Zivilisation&#8220; ist unabdingbar auf Energie angewiesen. Die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft ist momentan eine Frage der verfügbaren Energie und vor allem ihres Preises und des Aufwands, den man für ihre Gewinnung betreiben muss.<br />
Wegen dieser Bedeutung des Rohstoffs Öl, des ultimativen Energieträgers der Weltgemeinschaft, steigt der Bedarf immer weiter an.<br />
Und zunehmend beanspruchen auch Entwicklungs- und Schwellenländer einen größeren Anteil vom Kuchen. Das kann ihnen keiner verwehren &#8211; doch es führt zu einem weiteren immensen Anstieg der Nachfrage nach Öl.</p>
<p>Doch nicht nur wegen seiner Unentbehrlichkeit ist das Öl mit ein zentraler Faktor der Weltwirtschaft: Sondern auch deswegen, <strong>weil es knapp wird</strong>. Einige Experten sagen, der Höhepunkt der globalen Ölförderung sei 2002 gewesen. Aber selbst die Optimistischeren unter ihnen vermuten den Höhepunkt der Förderung zwischen 2008 und 2015 &#8211; also schon verdammt bald. Danach wird das Öl nicht sofort versiegen, aber die geförderte Menge nimmt stetig ab.<br />
Einige wichtige Förderländer haben ihr Produktionsmaximum bereits überschritten: Die USA (1970), Russland (1988), Norwegen, Russland, Venezuela (2002), und weitere. Sie alle pumpen jedes Jahr weniger Öl aus der Erde und heute schon nur noch 60% ihrer Maximalproduktion. <strong>Mehr als die Hälfte allen Öls</strong>, das die Welt je gehabt hat,<strong> wurde nun schon unwiederruflich gefördert</strong>. Und die Ausbeutung der zweiten Hälfte wird schwieriger &#8211; wie beim Löffeln eines Jogurts: Am Ende muss man den Rest aus den Ecken kratzen, während man zuerst noch ganz locker löffeln konnte.</p>
<blockquote><p>Das Ende des Ölzeitalters steht bevor. Nicht als ferne Horrorvision, auch nicht jeden Moment. Aber aufgrund des niedrigen Preises und der konstanten Sicherung des Nachschubs an Öl wurde auf der ganzen Welt eine <strong>Infrastruktur aufgebaut, die vollkommen davon abhängt</strong>.</p></blockquote>
<p>Das ging so lange gut, wie es genug billiges Öl gab. Aber mit dem Abnehmen der Fördermenge (von der OPEC, dem Kartell der Ölförderstaaten stets heruntergespielt und kaschiert) und gleichzeitig steigender Nachfrage ergibt sich eine hochproblematische Situation.<br />
Ökonomisch ausgedrückt: Sinkendes Angebot, steigende Nachfrage &#8211; die Konsequenz ist klar und bedeutet explodierende Preise. Das ist es, was wir momentan erleben (&#8222;Schock an der Zapfsäule&#8220;, weiß die BILD). Die Preise werden nie wieder sinken, sondern nur noch steigen. Ganz einfaches ökonomisches Prinzip.</p>
<p>Global betrachtet bringt das allmähliche Versiegen des Öls die Wirtschaft in enorme Bedrängnis. Die Antwort kann nur sein, die Abhängigkeit von dieser einen Ressource abzubauen. Leistungsfähige Alternativen gibt es &#8211; erneuerbare Energien.<br />
Außerdem birgt das &#8222;Ölproblem&#8220; ein riesiges Sicherhheitsproblem: Machtvolle Staaten könnten zur Sicherung ihres Zugangs zum Öl imperialisttische Instrumente anwenden &#8211; Kriege vom Zaun brechen, ein neuer Kolonialismus. Im Zuge dessen müssten auch kleinere Länder gezwungenermaßen zu Gewalt greifen, um nicht vollkommen chancenlos und ohne Öl zu bleiben. Ein Bilderbuch-Schreckensszenario.</p>
<p><strong>Öl und die Weltwirtschaft: Eine gescheiterte Ehe, ein Dreamteam ohne Zukunft. </strong></p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/greensocial.wordpress.com/24/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/greensocial.wordpress.com/24/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/greensocial.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/greensocial.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/greensocial.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/greensocial.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/greensocial.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/greensocial.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/greensocial.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/greensocial.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/greensocial.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/greensocial.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/greensocial.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/greensocial.wordpress.com/24/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/greensocial.wordpress.com/24/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/greensocial.wordpress.com/24/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=24&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wirtschaftswachstum: Quelle allen Wandels</title>
		<link>http://greensocial.net/2008/06/16/wirtschaftswachstum-quelle-wandels/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 14:25:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wachstum]]></category>
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		<category><![CDATA[Wohlstand]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr, und immer mehr. Um Wirtschaftswachstum geht es im aktuellen Post.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=19&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle ging es zuletzt um Effekte des <a title="Globaler Wandel" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/05/17/globaler-wandel-bevolkerungswachstum/" target="_blank">globalen Wandels</a> und um die <a title="Grenzen des Wachstums" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/05/22/grenzen-des-wachstums/" target="_blank">Grenzen des Wachstums</a>, um <a title="Tragfähigkeit" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/05/26/tragfahigkeit-grundlagen-fur-den-weg-zur-nachhaltigkeit/" target="_blank">Tragfähigkeit</a> und auch um die <a title="Von der Hand in den Mund" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/06/04/von-der-hand-in-den-mund/" target="_blank">Wichtigkeit intakter Ökosysteme</a>.</p>
<p>In all diesen Themenbereichen geht es im weitesten Sinne darum, dass sich in komplexen Systemen Wandel ergeben. Doch wie kommt es überhaupt zu diesem Wandel?<br />
Um eine Ursache soll es  heute gehen. Wir beginnen eine Grundlektion über wirtschaftliche Systeme und über Wirtschaftswachstum.</p>
<p>Fangen wir ganz einfach an. Jeder möchte ab und zu etwas Neues haben: einen mp3-player, ein Handy,  eine Jeans, ein Auto, eine Reise. Und natürlich will jeder, dass seine Grundbedürfnisse immer befriedigt werden: Nahrung, Wasser, Wohnung, Wärme, Strom. Damit man sich das leisten kann, freut man sich über jede Gehaltserhöhung (schließlich steigen ja auch die Preise).<br />
Und damit sind wir schon beim Wirtschaftswachstum &#8211; denn die meisten unserer Wünsche können nur  erfüllt werden, wenn jedes Jahr mehr Möglichkeiten  und mehr Geld zur Verfügung stehen. Oder kurz:</p>
<blockquote><p>Jeder möchte, dass es ihm im kommenden Jahr noch etwas besser geht als im vergangenen Jahr. Und deswegen gibt es Wirtschaftswachstum.</p></blockquote>
<p>Bei uns ist es sogar so, dass &#8222;Wachstum&#8220; als Normalzustand empfunden wird. Bleibt das Wirtschaftswachstum in einem Jahr gleich (Stagnation), so spricht man von &#8222;Nullwachstum&#8220; &#8211; das ist dann gleich negativ belegt. Wenn man sich nocheinmal ansieht, was wir zu den <a title="Grenzen des Wachstums" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/05/22/grenzen-des-wachstums/" target="_blank">Grenzen des Wachstums</a> überlegt hatten, ist das eigentlich unnatürlich:  Wie um alles in der Welt soll ein Planet das aushalten, dass alle 6 Milliarden Menschen jedes Jahr ein bisschen mehr haben wollen? Einfach gesagt, es geht nicht &#8211; genau da ist im Prinzip das Problem:</p>
<blockquote><p>Jedes Jahr wächst die Weltbevölkerung um etwa 75 Millionen Menschen, und zudem wollen alle mehr Wohlstand erreichen. Gleichzeitig stehen lebenswichtige Ressourcen wie Wasser, Ackerland, Fischgründe und Wälder nur begrenzt zur Verfügung.</p></blockquote>
<p>Wer die Frage löst, wie mit diesem Dilemma umzugehen ist, bringt die Menschen einen großen Schritt weiter. Grundsätzlich ist die volkswirtschaftliche Antwort: Steigerung der Effizienz (also aus den eingesetzten Gütern &#8222;mehr&#8220; herausholen) und Steigerung der Produktion (also schlicht und einfach mehr herstellen). Aber da zeigt sich wieder: Ewig kann es so nicht weitergehen &#8211; und schon relativ bald wird man sich Gedanken machen müssen um eine langfristige Lösung im Sinne eines <em>nachhaltigen</em> Wirtschaftens.</p>
<br /><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/greensocial.wordpress.com/19/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/greensocial.wordpress.com/19/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/greensocial.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/greensocial.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/greensocial.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/greensocial.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/greensocial.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/greensocial.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/greensocial.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/greensocial.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/greensocial.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/greensocial.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/greensocial.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/greensocial.wordpress.com/19/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/greensocial.wordpress.com/19/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/greensocial.wordpress.com/19/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=19&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Grenzen des Wachstums</title>
		<link>http://greensocial.net/2008/05/22/grenzen-des-wachstums/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 May 2008 16:14:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Bevölkerungswachstum]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzen des Wachstums]]></category>
		<category><![CDATA[Limits to Growth]]></category>
		<category><![CDATA[Ressourcen]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftswachstum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Studie von 72, Hintergründe, Auswirkungen und Perspektiven - heute im aktuellen Blogeintrag unserer Serie zum "globalen Wandel".<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=10&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das letzte Mal ging es um Bevölkerungswachstum. Wir sind zu der Erkenntnis gekommen: Die Anzahl der Menschen auf der Erde steigt exponentiell. Und mehr Menschen wollen auch mehr Güter und mehr Wohlstand besitzen &#8211; deswegen stellt der Anstieg der globalen Bevölkerung mitunter eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht dar. Genau darum soll es heute gehen.</p>
<p>1972 veröffentlichte der <a title="Club of Rome Deutschland" href="http://www.clubofrome.de/" target="_blank">Club of Rome</a>, eine nichtstaatliche &#8222;Denkfabrik&#8220; (auch <a title="Club of Rome International" href="http://www.clubofrome.org/" target="_blank">hier im www</a>) eine Studie zur Zukunft der Weltwirtschaft. <em>The Limits to Growth,</em> heißt sie und wurde seitdem vielfach veröffentlicht und diskutiert.<br />
Durchgeführt wurde die Studie von Mitarbeitern der &#8222;berühmtesten westlichen Denkfabrik&#8220; (laut Buchumschlag) &#8211; dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Diese wissenschaftliche Einrichtung <a title="MIT-Homepage" href="http://web.mit.edu/" target="_blank">existiert auch heute noch</a> und liefert regelmäßig erstaunliche Ergebnisse, die die Forschung voranbringen.</p>
<p>Dabei wurden &#8222;erstmals die neuartigen Techniken der wissenschaftlichen Systemanalyse und Computersymulation&#8220; (&#8222;World3) genutzt, um präzise Prognosen über die Langzeitentwicklung der weltweit verflochtenen Probleme Industrialisierung, Bevölkerungszunahme, Unterernährung, Rohstoffverknappung und Umweltzerstörung abzugeben.<br />
Heute ist derlei Verfahren keine Neuheit mehr; Computermodelle und -analysen sind im Gegenteil unverzichtbares Hilfsmittel geworden, wenn es zum Beispiel um Klimawandel und Bevölkerungsentwicklung geht.</p>
<p>Die Autoren der Studie, Dennis Meadows et al., schreiben über vieles, was globaler Wandel ist. Dabei haben sie industrielle, ökologische und soziale Systeme im Auge. Vor allem stellen sie Überlegungen an, wie viele Menschen die Erde beherbergen kann, während gleichzeitig das ökologische Gleichgewicht bestehen bleibt. Sie berücksichtigen die vorraussichtlichen Entwicklungen und die Ressourcenreserven der Welt.</p>
<blockquote><p>&#8222;Wettrüsten, Umweltverschmutzung, Bevölkerungsexplosion und wirtschaftliche Stagnation gelten vielfach als die wichtigsten und langfristigsten [Probleme], die die Menschheit heute zu lösen hat. Viele sind der Ansicht, dass das künftige Schicksal der Menschheit, vielleicht sogar das Überleben der Menschheit selbst, davon abhängt, wie rasch und wie wirksam weltweit diese Probleme gelöst werden können.&#8220;,</p></blockquote>
<p>heißt es bei ihnen in der Einleitung. Sie führen dann aus, dass alle Menschen Problematiken meist nur in einem sehr begrenzten Feld betrachten &#8211; und das Interesse abnimmt, je weiter sich das Problem in Zeit und Beziehung zu ihnen entfernt. Ein Ereignis, das in drei Jahren einem Bewohner eines anderen Staates zustoßen könnte, interessiert den Durchschnittsbürger danach eher nicht. Deswegen ist auch die Politik stets kurzfristigen Zielen verbunden &#8211; denn die Politiker wollen schließlich wiedergewählt werden. Diese Problematik des kurzen Zeithorizonts politisch Verantowrtlicher stellt heute ein Problem bei langfristigen Strategien dar.</p>
<p>Die Autoren führen die &#8222;Grenzen exponentiellen Wachstums&#8220; aus. Dabei unterschieden sie materielle Grundlagen und soziale Gegebenheiten.<br />
Zu den ersteren zählen v.A. Rohstoffe, und unter ihnen insbesondere die nicht-regenerativen, also diejenigen, die sich nicht wieder &#8222;auffrischen&#8220;. Nahrung ist ein Rohstoff, Ackerfläche und Wasser, aber fossile Energiequellen (Kohle, etc.) sind ebenfalls Rohstoffe.<br />
Als soziale Gegebenheiten werden von den Autoren zum Beispiel Frieden, Menschenrechtsbeachtung, soziale Stabilität etc. angenommen.<br />
Zu beiden Gruppen wird verdeutlicht, dass sie &#8222;Grenzen&#8220; besitzen: Dass man aus einem Bergwerk nicht unendlich Ressourcen fördern kann, ist klar. Und auch, dass die Menschen sich möglicherweise nicht mehr optimal verstehen, wenn sie sich zu zehnt einen Quadratmeter teilen müssen, ist einleuchtend.</p>
<p>Das ist die einfache Logik und Argumentation von Meadows et al.: Die Prozesse auf der Erde laufen ab in einem komplexen System &#8211; einem System, in dem alle Faktoren vernetzt sind und untereinander Einfluss ausüben. Ressourcen und soziale Gegebenheiten haben Grenzen, und wenn die überschritten werden &#8211; bäm!</p>
<p>Und da wird es spannend. Denn Umweltverschmutzung und Ressourcenausbeutung steigen immer mehr, unbestritten. Und die Tragfähigkeit der Erde &#8211; ein Begriff, den wir später hier noch erklären, wird immer mehr strapaziert.<br />
Jetzt gibt es aber zwei Unsicherheitsfaktoren:</p>
<ul>
<li>unbekannte Maximalgrenzen</li>
<li>natürliche Verzögerung</li>
</ul>
<p>Niemand weiß, wo diese &#8222;Grenzen&#8220; tatsächlich liegen. Mit ihrem Computermodell versuchen die Wissenschaftler annähernd zu bestimmen, wann die Ressourcen verraussichtlich am Ende sein werden &#8211; doch da man den zukünftigen Verbrauch, den exakten Bestand und etwaigeNeufunde nicht kennt, ist das schwierig. Die Prognose, die die Autoren damals abgaben, traf auch tatsächlich nicht zu. Es hatte sich einfach zu viel geändert. Dennoch, es bleibt die Unsicherheit, wo die &#8222;Grenzen&#8220; liegen.<br />
Und zum anderen haben natürliche Prozesse immer eine Verzögerung. Treibhausgase, die heute emmitiert werden, entfalten ihre volle Wirkung womöglich erst in Jahren. Und erst dann tritt der volle Effekt ein. Auch das macht die Vorhersage nicht einfacher.</p>
<p>Auf jeden Fall, das ist die Quintessenz, werden irgendwann Schwellen erreicht, über die Hinaus das Wachstum gefährlich ist und womöglich die &#8222;Menschheit in den Abgrund stürzt&#8220;.<br />
Die Autoren ziehen Schlussfolgerungen:</p>
<blockquote><p>1. Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, Industrialisierung, Umweltverschmutzung, Nahrungsmittelproduktion und Ressourcenausbeutung unverändert anhält, werden die a<em>bsoluten Wachstumsgrenzen</em><em> im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht</em>. Mit großer ahrscheinlichkeit führt dies zu einem raschen Absinken der Bevölkerungszahl und der industriellen Kapazität.<br />
2. Es erscheint möglich, die Wachstumstendenzen zu ändern und einen <em>ökologischen und wirtschaftlichen Gleichgewichtszustand</em> herbeizuführen, der auch in weiterer Zukunft aufrecht erhalten werden kann.<br />
3. Je eher die Menschheit sich entschließt, diesen Gleichgewichtszustand herzustellen, und je rascher sie damit beginnt, desto größer sind die Chancen, dass sie ihn auch erreicht.</p></blockquote>
<p>Es ist also von den absoluten Grenzen &#8211; deren Erreichen ein Kollaps der Erde bedeuten würde &#8211; die Rede, und von einem &#8222;Gleichgewichtszustand&#8220;.<br />
Dieser ist laut Auffassung der Autoren der einzige Weg, der Welt Perspektiven zu erhalten und der Menschheit ein Fortbestehen zu garantieren. Damit haben sie übrigens, ohne es zu wissen, den Begriff der Nachhaltigkeit geprägt (der erst später so genannt wurde). Den Gleichgewichtszustand zu erreichen, sei unbedingt notwendig, und nur durch Wachstumsbeschränkungen möglich.</p>
<p>Gemeint mit dieser &#8222;freiwilligen Wachstumsbeschränkungen&#8220; ist eine Verringerung der Bevölkerungsentwicklung, ganz schlicht und einfach.</p>
<p>Für uns sind die &#8222;Grenzen des Wachstums&#8220; zu einem festen Begriff geworden. Auch, wenn einige Prognosen des Buchs nicht zutrafen und auch die Grundforderung (Bevölkerungswachstum einschränken) nicht unsere Auffassung ist: Den grundlegenden Zusammenhang fasst das Buch.</p>
<p>Es bleiben zwei Begriffe, denen wir uns noch widmen müssen: Tragfähigkeit und Nachhaltigkeit. Um diese kümmern wir uns im nächsten Eintrag.</p>
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