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	<title>green.social blog &#187; Ökologischer Fußabdruck</title>
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		<title>Klimakiller Urlaubsflug &#8211; Lösung naht?</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 20:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
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		<description><![CDATA[Allen guten Vorsätzen zum Trotz: manchmal kommt man einfach nicht um das Flugzeug herum, wenn man bestimmte Reisen machen möchte. Dass das klimamäßig eine ganz schön bescheidene Bilanz hat, weiß mittlerweile fast jeder: Einmal Frankfurt-Rom und zurück, der Treibhausgas-Jahresausstoß eines Zentralafrikaners. Heute kann man zu Emissionskompensationen greifen. Doch was ist das, und hilft es wirklich?<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=252&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im vergangenen Sommer habe ich zwei Flugreisen gemacht. Dafür habe ich auch ausreichend schlechtes Gewissen &#8211; bin ich doch selbst jemand, der solche Auswüchse des Wohlstands gerne lautstark an den Pranger stellt.</p>
<p>Zwar war die Benutzung des Flugzeugs auch relativ konkurrenzlos, zumal in der mir zur Verfügung stehenden Zeit. Wer von Berlin nach London reisen möchte, kann dafür prinzipiell alle Arten der gegenwärtigen genutzten Mobilität verwenden: Er kann per Auto, Bahn, Schiff oder Fahrrad nach London kommen, er kann auch wandern, sich beamen &#8211; oder fliegen. Mit Ausnahme vielleicht der technologisch bislang unausgreiften Beam-Methode verursacht jeder Transport Emissionen. Da von der absoluten Mehrzahl der London-Besucher angenommen werden kann, dass sie nicht Wochen für die Anreise einplanen, scheiden auch die manuellen Transportmittel aus. Selbst mit dem Auto ist man doch recht langsam unterwegs, muss man doch auf Fähre oder Eurotunnel zurückgreifen.</p>
<p>Will man also nach London, empfähle sich dem klimabewussten Reisenden also die Bahn. Kein Problem, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Doch komfortabel ist anderes: Der Online-Fahrplan der deutschen Bahn veranschlagt durchschnittlich 13 Stunden für die Reise vom Berliner Hauptbahnhof nach London Victoria Station &#8211; und auch mit BahnCard-Rabatt muss der Reisende tief in die Tasche greifen und in der Regel mehr als 300€ auf den Tisch legen.<br />
Entscheidet man sich jedoch für das Flugzeug, ist es kein Problem, selbst mit der renommierten Lufthanse für knapp 100€ innerhalb nur wenig mehr als einer Stunde die Metropolen zu wechseln. <strong> </strong></p>
<blockquote><p><strong>Bequemer, schneller, günstiger &#8211; das Flugzeug bootet die Bahn-Konkurrenz zu häufig aus.  Das ist eine Schande, denn die Umweltbilanz des Fliegens ist verheerend. </strong></p></blockquote>
<p>Lange Jahre wurde auf die falsche Mobilität gesetzt. Statt in Hochgeschwindigkeits-Bahnnetze zu investieren, sahen alle die Zukunft im Flugzeug. <a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/09/co2-bilanz_europa-fluege2.jpg"><img class="size-medium wp-image-257 alignright" style="margin:15px;" title="co2-bilanz_europa-fluege" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/09/co2-bilanz_europa-fluege2.jpg?w=117&#038;h=300" alt="C02-Bilanz: zwei Kurzstreckenflüge" width="117" height="300" /></a>Schön und gut &#8211; wäre da nicht dieses Problem mit dem Klimawandel. Man muss gar nicht zu wissenschaftlich werden, um sich die Folgen scheinbar unbeschwerter Flugreisen vor Augen zu führen. Wie in der Abbildung rechts deutlich wird, erreichen die Emissionen von zwei innereuropäischen Kurzstreckenflügen (Beispiel Hamburg-Paris, Hamburg-London) zusammen mit der C02-&#8220;Grundbelastung&#8220;, die ein deutscher Bürger ohnehin hat, fast die verträgliche Emissionsquote. Und dabei sind direkte und indirekte Emissionen durch Autofahren, Nahrung, Konsumgüter, Heizen, Kochen, Waschen, Stromverbrauch etc. nicht einmal einbezogen.</p>
<p>Die rechte Säule ist die deutsche Durchschnitts-C02-Emission, aufgeteilt nach Konsum, Ernährung, Mobilität, Zuhause und &#8222;öffentlichem Konsum&#8220; &#8211; das ist die Grundbelastung, von der wir oben sprachen (also alle Emissionen des Landes, die nach Abzug von Privatkonsum übrig bleiben, umgelegt auf die ca. 80 Mio. Einwohner). Dieser &#8222;<a title="...erklärt im green.social blog" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/05/26/tragfahigkeit-grundlagen-fur-den-weg-zur-nachhaltigkeit/" target="_blank">ökologische Fußabdruck</a>&#8220; eines Deutschen ist ohnehin zu hoch und liegt mit knapp 11t C02 p.a. deutlich über der verträglichen Quote von 2,2t C02 pro Jahr. Würden alle Erdbewohner so leben, wie der hier rechts abgebildete Bürger, bräuchten wir 4,4 Planeten.</p>
<p>Um weiter ein gutes Klimabewusstsein zu haben, müsste also der Passagier der zwei Kurzstrecken-Flüge für den Rest des Jahres jegliches Essen, Atmen, Bewegen einstellen. Geht nicht, ist klar. Einen Weg können klimabewusste Passagiere neuerdings  trotzdem beschreiten: C02-Kompensation.</p>
<p>Organisationen wie <a href="http://www.atmosfair.de/" target="_blank">Atmosfair</a> oder <a href="http://www.myclimate.org/" target="_blank">MyClimate</a> bieten sogenannte Kompensationen an. Der Klimasünder berechnet seinen Ausstoß, und bezahlt einen Beitrag, der in Klimaschutz-Projekte investiert wird &#8211; und genau die Menge des emittierten Treibhausgases wieder einspart.</p>
<p>&#8222;Ablasshandel&#8220; krakeelen Kritiker <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/ablasshandel-fuer-fluggaeste/" target="_blank">wie in der taz</a> gleich &#8211; und ganz unrecht haben sie wohl nicht.  Dass liegt nicht am Prinzip, auch wenn die Annahme, alles emittierte C02 anderswo &#8222;sparen&#8220; zu können, recht blauäugig erscheint. Und gefürchtet wird, dass nun nur &#8222;kompensiert&#8220; wird, statt wirklich etwas am umweltschädlichen Verhalten zu ändern. Doch wesentlich ist vielmehr: Bislang gibt es, auch wegen der zu laxen Handhabe der EU, keine effektive Zertifizierung der C02-Händler. Noch kann sich jeder hinstellen, und eine Tonne C02 verkaufen, wie er will.</p>
<p>Das wird sich jedoch mit der schrittweisen Intensivierung der Versteigerung von Emissionsrechten in der EU ändern. Dann darf nur noch emittieren, wer auch bezahlt &#8211; aus einer bisher kostenlosen Dienstleistung, nämlich Müllentsorgung in der Atmosphäre, werden plötzlich Kosten. Die sind betriebswirtschaftlich greifbar (&#8222;externe&#8220; Kosten wurden so &#8222;internalisiert&#8220;), und sollen so die Emittenten anregen, den Ausstoß zu verringern, um Geld zu sparen. Außerdem soll die Menge der Emissionsrechte immer weiter verringert werden &#8211; so dass die Ware knapper wird und damit der C02-Ausstoß teurer (und weniger lohnenswert).</p>
<p>Ein gutes System, das sich ganz die marktwirtschaftlichen Automatismen zunutze macht &#8211; nur müsste es auch ordentlich und vor allem schnell umgesetzt werden. Denn: uns läuft die Zeit davon. So schnell wie möglich müssten Politiker jedes umweltschädliche Verhalten mit Preisen überziehen und damit unrentabel machen. Doch der Kampf gegen die Windmühlenflügel der Lobby ist ermüdend und langsam &#8211; und so müssen wir wohl zunächst noch selbst tätig werden: Klimafreundlich leben, so gut es geht, Emissionen sparen. Und wenn dann doch mal ein Flug anfällt, Emissionen kompensieren&#8230; Besser als gar nichts! Habe ich auch gemacht.</p>
<p><a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/09/co2-bilanz_europa-fluege.jpg"></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/greensocial.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/greensocial.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/greensocial.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/greensocial.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/greensocial.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/greensocial.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/greensocial.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/greensocial.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/greensocial.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/greensocial.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/greensocial.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/greensocial.wordpress.com/252/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/greensocial.wordpress.com/252/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/greensocial.wordpress.com/252/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=252&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Tragfähigkeit: Grundlagen für den Weg zur Nachhaltigkeit</title>
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		<pubDate>Mon, 26 May 2008 19:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zuletzt ging es hier um die Grenzen des Wachstums, über die das MIT und der Club of Rome `72 geschrieben hatten. In der Studie wurden materielle und soziale &#8222;Grenzen&#8220; deutlich gemacht, über die hinaus man nicht wachsen könne &#8211; oder nur um den Preis der Verzehrung unseres Planeten. Dazu gehören natürliche Beschränkungen wie die Menge, in [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&amp;blog=3736597&amp;post=14&amp;subd=greensocial&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zuletzt ging es hier um die Grenzen des Wachstums, über die das MIT und der Club of Rome `72 geschrieben hatten. In der Studie wurden materielle und soziale &#8222;Grenzen&#8220; deutlich gemacht, über die hinaus man nicht wachsen könne &#8211; oder nur um den Preis der Verzehrung unseres Planeten. Dazu gehören natürliche Beschränkungen wie die Menge, in der ein Rohstoff vorhanden ist, aber auch, das Ackerland, dass zur Ernährung einer Person zur Verfügung steht.</p>
<p>Dass dem wirtschaftlichen Wachstum durch die Endlichkeit der Biosphäre (also allem, was es so an Umwelt um uns herum gibt) Grenzen gesetzt sein könnten &#8211; daran hatte bislang niemand gedacht. Nun aber trat ein neues Denken ein: Es ist leicht zu sagen,<em> dass</em>, aber schwer zu sagen, <em>wann</em> die Grenzen erreicht werden.</p>
<p><strong>Heute gibt es für genau diese &#8222;Grenzen&#8220; einen Begriff: </strong><em>Tragfähigkeit</em>.<strong> </strong>Die Tragfähigkeit der Erde gibt nämlich an, wie viele Menschen sie irgendwie ernähren, und, mehr noch, beherbergen kann.<br />
Das kann man natürlich auch berechnen. Dazu gibt es das Instrument des</p>
<ul>
<li><em>Ökologischen Fußabdrucks</em>.</li>
</ul>
<p>Dieser misst jeder Ware oder Tätigkeit, gleich welcher Natur, einen Gegenwert in Form einer Fläche zu. Jedes Land hat einen ökologischen Fußabdruck. Er beschreibt also die Gesamtfläche, die es benötigt, um a) seine Infrastruktur zu errichten, b) Nahrungen und Güter aller Art zu erzeugen, c) Dienstleistungen bereitzustellen und d) die Emissionen (z.B. fossilen Energieverbrauchs) zu absorbieren.<br />
Werden so alle Belastungen der Biosphäre aufsummiert, kann man leicht feststellen, wie großder &#8222;Fußabdruck&#8220; der Menschheit insgesamt ist.</p>
<p>Dabei ergibt sich Erschreckendes: Zwischen 1960 und 2000 hat sich der globale ökologische Fußabdruck um 80% vergrößert. Im Verhältnis zur biologisch produktiven Weltfläche &#8211; also ohne Sand- und Eiswüsten und tiefe Meere &#8211; wird deutlich: Die von der Menschheit benutzte Fläche übersteigt die uns zur Verfügung stehende Fläche!<br />
Momentan übersteigt die von uns &#8222;genutzte&#8220; Fläche die gegebene biologisch produktive Fläche um 20-30%. So gelangt man zu der Aussage: &#8222;Wir bräuchten bei unserem Lebensstil insgesamt 1,3 Planeten&#8220;. Betrachtet man den Fußabdruck nun für einzelne Staaten, so wird deutlich, dass da ein extremes Ungleichgewicht herrscht: US-Amerikaner haben einen größeren Fußabdruck als Ghaner, zum Beispiel.</p>
<p>Die Erkenntnis aus der Berechnung des ökologischen Fußabdrucks nochmal einfach formuliert: <strong>Wir verbrauchen jedes Jahr mehr Ressourcen, als die Erde erneuern kann!</strong><br />
Umweltschutzorganisationen wir Greenpeace sprechen deswegen vom &#8222;<a title="Ökologischer Schuldentag" href="http://www.greenpeace.de/themen/klima/nachrichten/artikel/leben_auf_pump_ressourcen_fuer_2007_aufgebraucht/" target="_blank">ökologischen Schuldentag</a>&#8222;. 2007 trat dieser  am 6. Oktober ein: Dann waren alle Rohstoffe verbraucht, alle Abgase emittiert, jeder Müll entsorgt, jeder Fisch gefangen &#8211; mehr kann von der Erde nicht regeneriert werden. Wir &#8222;leben auf Pump&#8220;, und zehren von der Basis &#8211; nämlich unserem Planeten.</p>
<p>Langfristig muss man deswegen einen  Weg in eine Nachhaltigkeit finden, und sich so verhalten, dass man &#8222;nur von den Zinsen und nicht vom Kapital&#8220; lebt.  Dahin werden uns auch die Einträge dieses Blogs führen &#8211; doch davon später.</p>
<p>Demnächst geht es hier erstmal um Industrialisierung und Wirtschaftswachstum, um Rohstoffmangel und Technologien, um Modelle und Perspektiven. Wir nähern uns dem Begriff der Nachhaltigkeit. Dort angekommen, wird es erst richtig spannend: Denn dann werden wir globale Zusammenhänge betrachten, weitergehende Klimamodelle und den Gesamtzusammenhang beleuchten.</p>
<p>Bis dahin!</p>
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