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		<title>green.social blog</title>
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		<title>Welt-AIDS-Tag 1.12.</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 16:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzeintrag/Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Zahlen belegen es: Wir dürfen Aids nicht vergessen. Aids ist weltweit eine Katastrophe. Und auch bei uns infizieren sich jedes Jahr 3000 Menschen mit dem HI-Virus.
Was viele vergessen (oder gar nicht mehr wissen): Aids ist nicht heilbar. Nur weil wir kaum Aidskranke in der Öffentlichkeit sehen und sie dank moderner Medikamente länger leben, ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=317&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Die Zahlen belegen es: Wir dürfen Aids nicht vergessen. Aids ist weltweit eine Katastrophe. Und auch bei uns infizieren sich jedes Jahr 3000 Menschen mit dem HI-Virus.</p>
<p>Was viele vergessen (oder gar nicht mehr wissen): Aids ist nicht heilbar. Nur weil wir kaum Aidskranke in der Öffentlichkeit sehen und sie dank moderner Medikamente länger leben, ist die Krankheit nicht verschwunden. (Und ganz nebenbei bemerkt: Der Medikamenten-Cocktail, den Aidskranke einnehmen, ist kein &#8222;Softdrink&#8220;. Er schränkt die Lebensqualität ein und kann erhebliche Nebenwirkungen haben.)</p>
<p>Deshalb ist der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember jedes Jahr Anlass, auf das Thema aufmerksam zu machen, Solidarität mit den Betroffenen auf der ganzen Welt zu zeigen, aufzuklären und sich für Schutz starkzumachen. Denn Aids geht uns alle an. <span style="color:#888888;">(Text: </span><a href="http://www.welt-aids-tag.de/kampagne/ueber/index.php"><span style="color:#888888;">http://www.welt-aids-tag.de/kampagne/ueber/index.php</span></a><span style="color:#888888;">)</span></p>
<p><a href="http://www.welt-aids-tag.de/jumpin/rote-schleife_234x60" target="_blank"><img src="http://www.welt-aids-tag.de/media/schleifen/rote-schleife-wat_234x60.gif" width="234" height="60" style="border:0;" alt="Die Rote Schleife" /></a></p>
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			<media:title type="html">Die Rote Schleife</media:title>
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		<title>Any news are bad news.</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 16:03:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[globale Erwärmung]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[IPCC]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Kopenhagen]]></category>
		<category><![CDATA[tcktcktck]]></category>
		<category><![CDATA[Welzer]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein neu vorgelegter Bericht aktualisiert die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel. Spitzenwissenschaftler stimmen überein, dass sich der Prozess des Klimawandels sogar noch verstärkt und schneller als erwartet voranschreitet.
Das Wasser steht uns schon bis zum Hals - nur merkt es keiner. Und von den in wenigen Tagen anstehenden Klimaverhandlungen in Kopenhagen erwartet niemand wirklich große Sprünge. Wie kommt das, wo doch die Zukunft von uns allen in der Waagschale liegt?
Wer genau hinsieht, kann soziokulturelle Ursachen ausmachen.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=303&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Im Moment gilt: Nahezu alles, was man zum Thema &#8222;Umwelt&#8220; und &#8222;Soziales&#8220; hört, ist vom Unterhaltungswert dazu angetan, Depressionen auszulösen. Insofern sind in diesen Tagen &#8222;any news bad news&#8220;.</p>
<p>Eine davon möchte wir exemplarisch herausgreifen &#8211; nicht, um apokalyptische Schreckensvisionen zu zeichnen, sondern weil wir sie aus empirischer Sicht für beachtenswert halten.</p>
<p>Wesentliche Grundlage der Diskussion um Klimawandel und den Umgang damit ist der IPCC-Sachstandsbericht der UN-Klimaforscher. Hier wurde hochoffiziell von allen Spitzenwissenschaftlern der Welt festgestellt: Ja, es gibt einen anthropogenen Klimawandel, zweifellos.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-304" style="margin:10px;" title="The Copenhagen Diagnosis" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/11/the-copenhagen-diagnosis.jpg?w=300&#038;h=77" alt="Logo des Reports &quot;Copenhagen Diagnosis&quot;" width="300" height="77" /></p>
<p>Doch der erste Entwurf des IPCC-Berichts stand schon vor drei Jahren als Entwurf. Wieso mit veralteten Grundlagen arbeiten, dachte man sich &#8211; und einige Tage vor dem Beginn der <a href="http://en.cop15.dk/" target="_blank">globalen Klimaverhandlungen in Kopenhagen</a>, in denen es um ein weltweites Klima-Regime geht, <a href="http://tcktcktck.org/stories/campaign-stories/new-scientific-diagnosis-says-time-now" target="_blank">wurde ein &#8222;Update&#8220; vorgelegt</a>. &#8220;The Copenhagen Diognosis&#8220; heißt der vorgelegte Report, der die bisher bekannten Daten noch einmal kritisch überprüft. Das Ergebnis ist drastisch: <strong>Der Klimawandel vollzieht sich sogar noch schneller als erwartet.</strong></p>
<p>Der ursprüngliche IPCC-Bericht sah verschiedene Szenarien vor: Eine Erwärmung um 2°C, um 5°c, um 7°C oder sogar um 10°C. Über die letzten 18 Monate verabschiedete man sich in rasanter Geschwindigkeit von den ersten beiden Zielen &#8211; die allein uns ein auskömmliches Leben auf unserem Planeten sichern.<br />
In der &#8222;Copenhagen Diagnosis&#8220; <a title="Copenhagen Diagnosis Press Release [pdf!]" href="http://www.copenhagendiagnosis.org/CD_press_release_de.pdf" target="_blank">heißt es nun</a>, dass wir <strong>bis 2100 einen Temperaturanstieg um bis zu 7°C </strong>erleben könnten &#8211; die Folgen hat das IPCC schon beschrieben, und sie sind fatal und reichen in ihrer Dimension an die Gefährdung der menschlichen Rasse heran.</p>
<p>Zeit, die Glaubwürdigkeit der Autoren zu hinterfragen, denkt der geschätzte Leser &#8211; doch dazu besteht kein Anlass: Der Bericht wurde ausschließlich von seriösen, international anerkannten Wissenschaftlern verfasst, darunter Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und Klima-Chefberater der Bundesregierung (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, WBGU).</p>
<p>Die Leichtigkeit, mit der eine solche Perspektive aufgenommen wird, ist erschreckend: Niemand scheint die vollen Konsequenzen zu erfassen. Das ist nur natürlich &#8211; schließlich sind wir nicht alle Klimawissenschaftler. <strong>Dass aber laut schallend an der Alarmglocke geläutet wird, ohne dass es beachtet wird, ist fatal. <span style="font-weight:normal;">Der Sozialpsychologe Harald Welzer schreibt dazu:</span></strong></p>
<blockquote><p>„In den westlichen Ländern hat sich die Aufregung um den Klimawandel vom Jahresanfang 2007, als die drei Berichte des IPCC veröffentlicht wurden, inzwischen gelegt. (…) Die <strong>Bürgerinnen und Bürger zeigen Umweltbewusstsein, indem sie nicht mehr mit gutem, sondern mit schlechtem Gewissen Flugzeuge benutzen</strong>.“<span style="color:#888888;"> (Welzer, Harald: Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird. Frankfurt/Main, 2008)</span></p></blockquote>
<p>Wieso aber scheint niemand an die volle Tragweite globaler (Umwelt) Veränderungen zu denken? Günter Anders spricht diesbezüglich von einer regelrechten &#8222;Apokalypseblindheit&#8220;.</p>
<p><img class="alignright wp-image-312" style="margin:9px 14px;" title="Time is running out!" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/11/4067443083_9a12df916f_b.jpg?w=150&#038;h=100" alt="" width="150" height="100" />Welzer (s.o.) führt aus, dass es in Gesellschaften mit langen Handlungsketten prinzipiell schwierig sei, die Folgen des eigenen Handels zu überblicken &#8211; besonders, wenn (wie beim Klimawandel) Ursache und Auswirkung Jahrzehnte auseinander liegen.</p>
<p>So ergebe sich eine &#8222;eingebaute Verantwortungslosigkeit&#8220;. Welzer schließt seine Ausführungen so pessimistisch, dass eine Wiedergabe an dieser Stelle nicht geboten scheint. Es bleibt schließlich die Hoffnung, dass das <a href="http://greensocial.wordpress.com/2009/06/17/das-klima-geht-baden-von-kyoto-zu-kopenhagen/" target="_blank">Klima nicht baden geht</a>&#8230;  Dazu muss es jetzt aber losgehen. Die erste Chance ist schon verspielt. In Kopenhagen steht nicht das Überleben der Menschheit auf dem Spiel, aber doch, wie wir überleben werden und wie viele von uns.<br />
Mit jeder Minute, die wir später handeln, verurteilen wir große Teile der Welt zu einem sicheren Tod, und große Teile des Rests zu einem trostlosen Dasein.</p>
<p>Die Staatenlenker müssen handeln, aber wir müssen es auch. <strong>Das Wasser steht uns schon bis zum Hals &#8211; nur merken wir es nicht.</strong></p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/greensocial.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/greensocial.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/greensocial.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/greensocial.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/greensocial.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/greensocial.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/greensocial.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/greensocial.wordpress.com/303/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/greensocial.wordpress.com/303/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/greensocial.wordpress.com/303/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=303&subd=greensocial&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>kn = k0 (1+p/100)n</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 11:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
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		<description><![CDATA[Eines der spannendsten und zugleich kaum beachteten Themen unserer Zeit: Der Effekt des Zinseszins. Wir werfen einen kontroversen Blick darauf - und erkennen geradezu revolutionäre Tendenzen. Unsere Wirtschaft steht unter dem Dauerbeschuss des Wachstumszwangs durch Zinsen... Und keiner merkt etwas.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=290&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Der Kontoauszug meines Tagesgeldkontos hat mir noch vor <span style="text-decoration:line-through;">(gefühlt)</span> gar nicht so langer Zeit Zinsen in Höhe von über drei Prozent versprochen. Aktienfonds warben zur gleichen Zeit mit einer langfristigen Rendite, die bisweilen im zweistelligen Bereich liegen sollte. <a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/11/renditeversprechen.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-292" style="margin:20px;" title="renditeversprechen" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/11/renditeversprechen.jpg?w=133&#038;h=300" alt="Werbung für Investments mit hoher Rendite" width="133" height="300" /></a></p>
<p>Traumhaft! <em>Während man sich selbst auf einer Südseeinsel die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, arbeitet das eigene Geld und vermehrt sich rasant, ohne dass der Besitzer einen Finger krümmt</em> &#8211; dieses Versprechen macht der Zins-Dämon. <strong>Hinterfragt wird das selten:</strong> Schon so landet bei den meisten zu wenig Geld auf dem Konto, da beschwert man sich nicht über die Centbeträge, die als &#8222;Zins&#8220; vom mageren Ersparten abfallen. Und wer viel Geld hat, beschwert sich ohnehin nicht.</p>
<p>Doch nimmt man sich einmal die Zeit, genauer auf dieses wirtschaftliche Phänomen zu blicken, scheint die nützliche Fassade abzubröckeln und einen selbstzerstörerisches Moment der Wirtschaft zu offenbaren.</p>
<p><strong>Die Wirtschaft ist dieser Tage &#8211; systembedingt und absolut gewollt &#8211; die treibende Kraft hinter allen Veränderungen, die Menschen vornehmen.</strong> Denn in den wenigsten Fällen tun wir irgendetwas, ohne anschließend kurz- oderlangfristig davon zu profitieren. Ökonomen bezeichnen das als &#8222;Sanktionssystem&#8220; der Wirtschaft, das mit für die Koordination des freien Marktes sorgt.</p>
<p><img class="alignright" style="margin:10px 20px;" title="Bankensystem" src="http://userpage.fu-berlin.de/roehrigw/creutz/geldsyndrom/C96.JPG" alt="" width="253" height="172" /></p>
<p>Damit sind wir wieder bei den Zinsen: Wer sein Geld nicht ausgibt, legt es in der Regel bei Banken an. Der Grund, warum man den Sparstrumpf nicht einfach unter der Matratze versteckt, ist einfach: Denn Banken zahlen in der Regel eine &#8222;Belohnung&#8220; für das ihnen überlassende Kapital &#8211; nämlich Zinsen.</p>
<p>Das so eingenommene Geld verleihen die Banken nun weiter &#8211; und kassieren dafür ihrerseits Zinsen.</p>
<p>Das Problem beginnt, sobald man einen Blick auf die langfristige Perspektive wirft. Werden nach einem Jahr dem angelegten Kapital die Zinsen zugeschlagen und mitverzinst, entsteht im darauf folgenden Jahr der Zinseszins.</p>
<blockquote><p>&#8222;Mit Zins und Zinseszins verdoppeln sich Geldvermögen in regelmäßigen Zeitabständen. Je höher der Zinssatz, umso schneller verdoppelt sich das verzinste Geld: bei 1 Prozent ca. alle 72 Jahre, bei 3 Prozent alle 24 Jahre, bei 6 Prozent alle 12 Jahre, bei 12 Prozent alle 6 Jahre. Diese Form des Wachstums findet sich in der Natur beim „Krebsgeschwür“. Es frisst den Wirt und tötet damit sich selbst.&#8220; (<a href="http://www.neuesgeld.com/page.php?id=25" target="_blank">Quelle: hier</a>)</p></blockquote>
<p><strong>Geld arbeitet nicht</strong>, es kann sich nicht vermehren. Zur Wertschöpfung gibt es bislang eigentlich nur zwei bekannte Methoden: Arbeitsleistung durch Menschen, und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen.</p>
<p>Beides ist problematisch: Wertschöpfung durch Arbeit führt in der Regel zu einer Umverteilung von arm zu reich: Die Reichen können ihr Kapital anlegen und entspannen (Stichwort Südseeinsel), während die weniger Begünstigten quasi den Zins für die Reichen miterarbeiten müssen.<br />
Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen kann ebenfalls kein dauerhafter Weg zur Wertschöpfung sein: Denn die Erde ist kein Warenhaus, das unendlich Güter zur Mehrung des menschlichen Wohlstands bereithält, im Gegenteil, unsere Ressourcen sind knapp bemessen.</p>
<blockquote><p>&#8222;Zins und Zinseszins lassen Geldvermögen wachsen und setzen die Wirtschaft unter einen Wachstumszwang. Das verleitet zu unmoralischen Geschäften&#8220;,</p></blockquote>
<p><a href="http://www.evangelisch.de/themen/wirtschaft/wozu-brauchen-wir-eigentlich-zinsen5622" target="_blank">sagen Kritiker</a> daher über das Zinssystem. Und sie haben noch einen weiteren wesentlichen Kritikpunkt:</p>
<blockquote><p>&#8222;Es gibt schon längst keinen physikalischen Gegenwert auf der Welt mehr für das Geld&#8220;,</p></blockquote>
<p>sagt <a href="http://www.rheinahrcampus.de/Prof-Dr-Juergen-Kremer.1499.0.html?&amp;L=0" target="_blank">Prof. Dr. Kremer</a>, ein süddeutscher Mathematikprofessor, der sich schon seit längerem mit der Thematik befasst. Bildhaft dargestellt wird das durch die Anekdote des &#8222;Josefspfennigs&#8220;: Legte man zur Zeit Jesu den Gegenwert von 1 Mark zu 1% Zins p.a. an, so wäre daraus durch Zins und Zinseszins bis heute ein so großer Wert erwachsen, dass man damit eine <strong>Goldmenge</strong> kaufen könnte, <strong>die größer als die Erdkugel ist</strong>.</p>
<p><img class="alignleft" style="margin:20px 30px;" src="http://www.neuesgeld.com/getfile.php?id=39" alt="" width="216" height="307" /></p>
<p>Spätestens hier wird deutlich: Das Zinssystem hat einen gewaltigen Haken, und <strong>eines der grundlegenden Paradigmen unseres Wirtschaftsmodells ist nicht zukunftsfest</strong>.</p>
<p>Was also tun?</p>
<p>Für fanatische Kapitalismus-Gegner gibt es nur eine Lösung: Revolution, Umsturz, Weg mit dem System.</p>
<p>Realistisch ist das nicht. Wir brauchen die Möglichkeit, uns auch mal Geld leihen zu können. Nur so können Innovationen entstehen und Täler überwunden werden. Hätte niemand Thomas Eddison Geld geliehen, hätte er nie die Erfindung der Glühbirne machen können. Auch heute sind wir Entrepreneure angewiesen, die Zukunfts-Technologie entwickeln. Aber <strong>die Finanzwirtschaft muss von einem der am wenigsten regulierten Sektoren zu einem hochgradig Kontrollierten werden</strong>. Volatile Schwankungen der Weltwirtschaft können durch eine fortentwickelte Tobin-Tax und eine Deckelung von Zinssätzen &#8211; z.B. auf 7% &#8211; erfolgen.</p>
<p>Dabei ist jede Festlegung willkürlich &#8211; aber je niedriger sie ist, desto besser. Es könnte uns einmal das Genick retten.</p>
<blockquote><p><span style="color:#888888;">Die Überschrift dieses Posts ist übrigens die</span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins" target="_blank"><span style="color:#888888;"> Zinseszinsformel</span></a><span style="color:#888888;"> in Klarschrift.</span></p></blockquote>
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		<title>Krise längst vergessen?</title>
		<link>http://greensocial.net/2009/10/22/krise-langst-vergessen/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 17:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mehr und mehr grassiert der Hunger auf der ganzen Welt. Trotzdem werden nun, so kurz nach der Finanzkrise, schon wieder Bonuszahlungen an Top-Banker ausgelobt - in Rekordhöhe! Das Kasino läuft wieder - und darüber scheint die Krise längst vergessen. Zumindest für die, die nicht zu den 1,2 Milliarden Hungernden gehören.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=282&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Wer am vergangenen Donnerstag die Zeitung aufschlug, konnte interessante Beobachtungen machen. Agenturmeldungen über einen Brandbrief der Welternährungsprogramm (WFP) an das UNO-Generalsekretariat wurden in den Redaktionen höchst unterschiedlich verarbeitet: Mal tauchten sie gar nicht auf, mal in der Randspalte als kleine Notiz, mal sogar als Nebensatz in einem Artikel. Unter den großen deutschen Zeitungen machte einzig der Berliner Tagesspiegel die katastrophale weltweite Situation, in der weltweit 1,2 Milliarden Menschen hungern, zum Thema. <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Fragen-des-Tages-Hunger;art693,2923874" target="_blank">Auf Seite 2 erklärte er die Suche nach dem Grund dafür zur &#8222;Frage des Tages&#8220;</a>. Darin heißt es:</p>
<blockquote><p>&#8222;Die Weltwirtschaftskrise setzt die armen Haushalte in den Ländern mit einer unsicheren Ernährungssituation noch weiter unter Druck. (&#8230;) Die Hungersituation [ist] in 29 Ländern als sehr ernst oder sogar gravierend einzuschätzen ist. Auch Indien zählt mit einem Indexwert von 23,9 zu den Ländern mit einem sehr ernsten <strong>Hungerproblem</strong>.&#8220;</p></blockquote>
<p>Grund dafür, dass dort auch die Sterberate von Kindern eine der weltweit höchsten ist, sei auch die mangelnde soziale Versorgung der Frauen, die &#8222;einen schlechten Ernährungs-, Bildungs- und Sozialstatus&#8220; hätten. Auch hier zeigt sich wieder: Der weltweite Kapitalismus erzeugt mit seinen Volatilitäten viele Gewinner &#8211; und die Millionen Verlierer sitzen meist auf der anderen Seite der Erde. Wer täglich virtuelle Devisen- und Aktienmillionen in den Händen hält und damit handelt, der ist vom grassierenden Hunger auf der Welt weit weg. Ursache für das viele Elend sind hier unter anderem globale Verteilungsprobleme und Unzulänglichkeiten des Wirtschaftssystems. Folge sind soziales Elend, und Konsequenz dessen ist nur zu häufig auch ökologische Destruktion, die die Lebensgrundlagen Stück für Stück zerstört, und letztendlich oft auch regionale und sogar globale Ressourcenkonflikte, wie Harald Welzer in seinem Buch &#8222;Klimakriege&#8220; <a href="http://www.sueddeutsche.de/wissen/415/439158/text/" target="_blank">überzeugend darlegt</a>.</p>
<p>Ganz weit weg von all dem sind in der Tat auch die, die vom gleichen ungerechten Lauf der Globalwirtschaft profitieren. Makaber ist, dass sich die dazu passende Schlagzeile in der gleichen Zeitung findet &#8211; jedoch weiter hinten und nicht so groß, das Thema soll schließlich nicht zu öffentlich werden:</p>
<blockquote><p>&#8222;<strong>Millionen-Boni </strong>fließen wieder&#8220;,</p></blockquote>
<p>schreibt der <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Finanzkrise-Bonuszahlungen-Wall-Street;art271,2923685" target="_blank">Tagesspiegel ebenfalls am 15.10., hier auf S.19</a>.  An der Wall Street, aber auch in Deutschland, würden sich große Bankhäuser Bonus-Wettläufe liefern. Und nicht nur dass &#8211; so kurz nach dem erstmaligen internationalen Konsens, an der kurzfristigen Boni-Praxis etwas zu ändern: &#8222;mehr als je zuvor&#8220;, kann die dpa nur nüchtern in Worte fassen, was die Menge der Zahlungen betrifft.</p>
<p><strong>Das Kasino läuft wieder</strong> &#8211; ist die Krise schon wieder vergessen?</p>
<p>Noch sind längst nicht alle Folgen der größten weltumspannenden Wirtschaftskrise seit etlichen Jahrzehnten aufgeräumt worden, zum Teil werden sie erst sichtbar. Aber nach dem  munteren Prinzip der Sozialisierung der Verluste wird weitergearbeitet, munter ins Blaue, unsere Zukunft, hinein.<br />
Wir sitzen global auf zu vielen Problemen, als dass es nach der Krise einfach &#8222;Weiter so!&#8220; heißen könnte. Müsste man eigentlich denken. Aber die Wirtschaftsbosse haben ja schon immer ein bisschen anders gedacht.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Andreas Weber: Biokapital</title>
		<link>http://greensocial.net/2009/10/16/andreas-weber-biokapital/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 17:30:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzeintrag/Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Weber]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
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		<category><![CDATA[Umweltschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[greensocial.net-Leserservice: Buchempfehlung und "Abstract". Andreas Weber schreibt über Natur und Umwelt, Wirtschaft und Glücksgefühl. Dabei geht es ihm vor allem um den Menschen: Wie gehen wir mit unserem Planeten um? Wieso steigt das Wirtschaftswachstum immer weiter, aber das persönliche Glück nicht? Widerspricht der Kapitalismus der Natur des Menschen? Das alles und mehr - in diesem Blogeintrag.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=250&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Heute erwartet den geschätzten Leser, die geschätzte Leserin dieses Blogs nicht ein erneuter Erguss weltverbessernder Ideen dieses Blogteams.</p>
<p>Nein, vielmehr möchten wir heute die Ferien-Stimmung nutzen, um hier im Blog in aller Ruhe ein Stück guter Lektüre zu empfehlen. Andreas Weber hat die Welt der Publizistik unlängst mit einem Buch über den Umgang unserer Zivilisation mit dem Ökosystem beglückt.</p>
<p><a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/08/abstract-biokapital.pdf"><img class="alignleft" style="margin-top:20px;margin-bottom:20px;" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51s6Vwl2IjL._SL500_AA240_.jpg" alt="&quot;Biokapital&quot; von Andreas Weber" width="240" height="240" /></a>Auf philosophischen, wissenschaftlichen, historischen und moralischen Pfaden gleitet der Autor durch reportagenhafte Schilderungen und sorgsam ausformulierte Gedankengänge.</p>
<p>Obgleich hin und wieder leicht entrückt, gelingt es Andreas Weber, seine Botschaft zu transportieren &#8211; und im Kern ist vieles dran an seinen Theorien. Mit der wesentlichen Philosophie dieses Blogs harmoniert das gut: <strong>Soziales muss mit Ökologischen verbunden werden, um eine Gesellschaft der Zukunft zu schaffen</strong> und globalgesellschaftliche Probleme wie Klimawandel und Ungerechtigkeit zu lösen. Vielleicht fällt es einem Biologen und Philosophen (wie der Autor es ist) leichter, das zu begreifen, als anderen.</p>
<p>Weber konstatiert zunächst die problematische Situation des globalen Geoökosystems &#8211; Ausbeutung und Überlastung machen es für uns als abhängige Erdbewohner notwendig, den kurs zu ändern. Umso mehr macht das laut Weber Sinn, weil  das dauernde Wirtschaftswachstum, nach dem unser System strebt, gar nicht mehr den gewünschten Effekt hat: Die Menschen werden dadurch nicht glücklicher -im Gegenteil: „Wirtschaftswachstum und Deppressionszunahme sind statistisch miteinander verbunden“, sagt Robert E. Lane, US-Glücksforscher.</p>
<p>Andreas Weber sieht eine wesentliche Chance und Antwort auf unsere Probleme in der Re-Lokalisierung und in der Umkehrung  des Zinstriebs des Kapitalismus. Was bis hierhin eine klare Ausführung war, driftet nun ab in Richtung schwammiger Globalisierungsskepsis. Die ist in Ordnung &#8211; aber einfach die Globalisierung verantwortlich zu machen für globale Probleme, ist zu einfach.</p>
<p>Der Autor vermag es, eine umfassende Analyse abzugeben &#8211;  es mangelt ihm jedoch an Konsequenz, seine Gedankengänge zu einer in sich geschlossenen Zukunftsvision fortzuentwickeln. Aber vielleicht ist das auch zu viel verlangt. Folglich schließt Weber mit einer ernüchternden Erkenntnis:</p>
<blockquote><p>&#8222;Vielleicht kann gesellschaftliche Veränderung heute nur als kalter Drogenentzug ablaufen: Auch hier weiß der Patient unterschwellig, was sein Problem ist, will es aber nicht wahrhaben und sein Verhalten nicht ändern.&#8220;</p></blockquote>
<p>Wir haben die wesentlichen Gedanken des Buches in einem <strong>&#8222;Abstract&#8220;</strong> zusammengefasst &#8211; <a title="ABSTRACT: Biokapital von Andreas Weber [pdf!]" href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/08/abstract-biokapital.pdf" target="_blank"><strong>das findet sich hier</strong></a>.<br />
Wer sich einige Stunden Zeit nehmen möchte, dem sei die Lektüre des Buches ausdrücklich empfohlen!</p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/greensocial.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/greensocial.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/greensocial.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/greensocial.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/greensocial.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/greensocial.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/greensocial.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/greensocial.wordpress.com/250/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/greensocial.wordpress.com/250/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/greensocial.wordpress.com/250/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=250&subd=greensocial&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">&#34;Biokapital&#34; von Andreas Weber</media:title>
		</media:content>
	</item>
		<item>
		<title>Zeit für Klimagerechtigkeit!</title>
		<link>http://greensocial.net/2009/10/07/zeit-fur-klimagerechtigkeit/</link>
		<comments>http://greensocial.net/2009/10/07/zeit-fur-klimagerechtigkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 07:52:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Katastrophe]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Kopenhagen]]></category>
		<category><![CDATA[Kyoto]]></category>
		<category><![CDATA[Treibhausgase]]></category>

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		<description><![CDATA[In 60 Tagen ist der weltweite Klimagipfel in Kopenhagen - und noch zeichnet sich kein starker Beschluss ab. Und das, obwohl wir nun schon längst mit Sicherheit wissen, dass wir vor der Herausforderungen eines menschengemachten Klimawandels stehen, der  in seinen Dimension ungekannte Ausmaße erreicht: Selbst die Erwärmung um +2°C gegenüber vorindustrieller Zeit ist mittlerweile nicht mehr aufzuhalten. Durch das langsame Reagieren der Staatengemeinschaft geht es nicht mehr darum, den Klimawandel zu verhindern. Sondern nur noch darum, seine katastrophalen Folgen zu begrenzen.
Aber wieso tut sich nichts? Was muss passieren, um die Gesellschaft in Bewegung zu versetzen?<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=261&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Bislang regelte das Kyoto-Abkommen die Treibhausgasemissionen und ihre Beschränkungen, die für die internationale Staatengemeinschaft gelten &#8211; das heißt, nur für die, die das Protokoll ratifiziert haben. Zum Beispiel die USA haben das nicht getan.</p>
<p>Den Anstoß zu internationalen Regelungen (den sog. &#8222;Regimes&#8220;) gab ein UN-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro im Jahre 1992 &#8211; dort wurden wichtige Rahmenkonventionen beschlossen. Seit Kyoto hat sich auch wieder einiges getan: Wir wissen nun mit Sicherheit, dass wir vor der Herausforderungen eines menschengemachten Klimawandels stehen, der  in seinen Dimension ungekannte Ausmaße erreicht: Selbst die Erwärmung um +2°C gegenüber vorindustrieller Zeit ist mittlerweile nicht mehr aufzuhalten. <strong>Durch das langsame Reagieren der Staatengemeinschaft geht es nicht mehr darum, den Klimawandel zu verhindern. Sondern nur noch darum, seine katastrophalen Folgen zu begrenzen.</strong> Und diese Entwicklung vollzog sich allein schon in der Lebenszeit dieses Blog.</p>
<p>Die gesellschaftliche Resonanz ist&#8230; bescheiden. Genau genommen haben Themen wie Abwrackprämie, Opel-Rettung, Kurzarbeit das Problem &#8222;Klimawandel&#8220; von der Agenda gewischt. Nur SPD und die GRÜNEN haben im Wahlkampf versucht, das Thema zu setzen &#8211; doch gelungen ist ihnen das nicht. Wenn, dass wurde &#8222;Klima&#8220; nur als Stichwort benutzt, um auf das <a href="http://greensocial.wordpress.com/2009/07/07/atomkraft-nein-danke-2-0/" target="_blank">Reizthema &#8222;Atomenergie&#8220;</a> umzuschwenken.</p>
<p>Das ist ungerechtfertigt: In Kopenhagen werden wesentliche Entscheidungen gefällt, die die kommenden Jahrzehnte betreffen. Selbst wenn gar nichts entschieden wird: Denn dann ist das auch eine Entscheidung &#8211; nämlich für noch mehr Zögern und Verharren.</p>
<p><a href="http://www.klima-der-gerechtigkeit.de/sorgen-oder-panik/#more-2999" target="_blank">Die Kollegin Lilli Fuhr  bringt es im Blog &#8222;Klima der Gerechtigkeit&#8220; auf den Punkt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8222;[Wer sich mit dem Thema Klimawandel beschäftigt], macht sich schon lange keine Sorgen mehr. Ich finde, das Gefühl ist eher mit <strong>schleichender Panik</strong> zu beschreiben.&#8220;</p></blockquote>
<p>Was also ist zu tun? Schon längst sind weltweit hunderte NGOs und Verbände ins Feld gezogen, um für ambitionierte Beschlüsse in Kopenhagen zu werben. Wissenschaftler schieben Massen an Papier umher und bringen etliche überzeugende Konzepte hervor. Unterhändler von Regierungen feilschen um Halbsätze und Formulierungen, während ihre Chefs, die Staatenlenker, sich nicht auf wirklich Ziele einigen können. Die Industrieländer wollen ihren auf tonnenweise Treibhausgas gebetteten Komfort nicht aufgeben, und die Entwicklungsländer können nicht verstehen, wieso man ihnen keine Entwicklung zugestehen möchte.</p>
<p>Der einzige Weg, voranzukommen, bleibt eine Bewusstseinsänderung. Ja, es ist schwer, sich den Klimawandel &#8211; eine abstrakte und globale Gefahr &#8211; vorzustellen und ihn auf die eigene Lebenswelt zu beziehen. Wer bei der Darstellung übertreibt, wird bald als Apokalyptiker abgestempelt, der  den teufel an die Wand malt. Wer untertreibt, wird nicht wahrgenommen.</p>
<p>Auch der ehemalige, nach wie vor überall geschätzte UN-Generalsekretär Kofi Annan wird mittlerweile recht nevös und nicht müde, immer wieder auf die Klima-Gefahren hinzuweisen.</p>
<p><span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://greensocial.net/2009/10/07/zeit-fur-klimagerechtigkeit/"><img src="http://img.youtube.com/vi/aBTZOg6l6cA/2.jpg" alt="" /></a></span></p>
<p>Vielleicht ist unsere Gesellschaft nicht in der Lage, sich zügig zu bewegen? Müssen uns erst von außen &#8211; durch massive Veränderungen des Ökosystems &#8211; grobe Unannehmlichkeiten zugemutet werden, damit wir den Ernst der Lage begreifen? Muss uns erst das Wasser bis zum Hals stehen? Ich hoffe nicht.</p>
<p><a href="http://www.greenpeace.org/international/campaigns/climate-change" target="_blank">YOU-TURN the earth!</a></p>
  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/greensocial.wordpress.com/261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/greensocial.wordpress.com/261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/greensocial.wordpress.com/261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/greensocial.wordpress.com/261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/greensocial.wordpress.com/261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/greensocial.wordpress.com/261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/greensocial.wordpress.com/261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/greensocial.wordpress.com/261/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/greensocial.wordpress.com/261/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/greensocial.wordpress.com/261/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=261&subd=greensocial&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Klimakiller Urlaubsflug &#8211; Lösung naht?</title>
		<link>http://greensocial.net/2009/09/01/klimakiller_urlaubsflug/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 20:18:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
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		<description><![CDATA[Allen guten Vorsätzen zum Trotz: manchmal kommt man einfach nicht um das Flugzeug herum, wenn man bestimmte Reisen machen möchte. Dass das klimamäßig eine ganz schön bescheidene Bilanz hat, weiß mittlerweile fast jeder: Einmal Frankfurt-Rom und zurück, der Treibhausgas-Jahresausstoß eines Zentralafrikaners. Heute kann man zu Emissionskompensationen greifen. Doch was ist das, und hilft es wirklich?<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=252&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Im vergangenen Sommer habe ich zwei Flugreisen gemacht. Dafür habe ich auch ausreichend schlechtes Gewissen &#8211; bin ich doch selbst jemand, der solche Auswüchse des Wohlstands gerne lautstark an den Pranger stellt.</p>
<p>Zwar war die Benutzung des Flugzeugs auch relativ konkurrenzlos, zumal in der mir zur Verfügung stehenden Zeit. Wer von Berlin nach London reisen möchte, kann dafür prinzipiell alle Arten der gegenwärtigen genutzten Mobilität verwenden: Er kann per Auto, Bahn, Schiff oder Fahrrad nach London kommen, er kann auch wandern, sich beamen &#8211; oder fliegen. Mit Ausnahme vielleicht der technologisch bislang unausgreiften Beam-Methode verursacht jeder Transport Emissionen. Da von der absoluten Mehrzahl der London-Besucher angenommen werden kann, dass sie nicht Wochen für die Anreise einplanen, scheiden auch die manuellen Transportmittel aus. Selbst mit dem Auto ist man doch recht langsam unterwegs, muss man doch auf Fähre oder Eurotunnel zurückgreifen.</p>
<p>Will man also nach London, empfähle sich dem klimabewussten Reisenden also die Bahn. Kein Problem, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Doch komfortabel ist anderes: Der Online-Fahrplan der deutschen Bahn veranschlagt durchschnittlich 13 Stunden für die Reise vom Berliner Hauptbahnhof nach London Victoria Station &#8211; und auch mit BahnCard-Rabatt muss der Reisende tief in die Tasche greifen und in der Regel mehr als 300€ auf den Tisch legen.<br />
Entscheidet man sich jedoch für das Flugzeug, ist es kein Problem, selbst mit der renommierten Lufthanse für knapp 100€ innerhalb nur wenig mehr als einer Stunde die Metropolen zu wechseln. <strong> </strong></p>
<blockquote><p><strong>Bequemer, schneller, günstiger &#8211; das Flugzeug bootet die Bahn-Konkurrenz zu häufig aus.  Das ist eine Schande, denn die Umweltbilanz des Fliegens ist verheerend. </strong></p></blockquote>
<p>Lange Jahre wurde auf die falsche Mobilität gesetzt. Statt in Hochgeschwindigkeits-Bahnnetze zu investieren, sahen alle die Zukunft im Flugzeug. <a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/09/co2-bilanz_europa-fluege2.jpg"><img class="size-medium wp-image-257 alignright" style="margin:15px;" title="co2-bilanz_europa-fluege" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/09/co2-bilanz_europa-fluege2.jpg?w=117&#038;h=300" alt="C02-Bilanz: zwei Kurzstreckenflüge" width="117" height="300" /></a>Schön und gut &#8211; wäre da nicht dieses Problem mit dem Klimawandel. Man muss gar nicht zu wissenschaftlich werden, um sich die Folgen scheinbar unbeschwerter Flugreisen vor Augen zu führen. Wie in der Abbildung rechts deutlich wird, erreichen die Emissionen von zwei innereuropäischen Kurzstreckenflügen (Beispiel Hambugr-Paris, Hamburg-London) zusammen mit der C02-&#8220;Grundbelastung&#8220;, die ein deutscher Bürger ohnehin hat, fast die verträgliche Emissionsquote. Und dabei sind direkte und indirekte Emissionen durch Autofahren, Nahrung, Konsumgüter, Heizen, Kochen, Waschen, Stromverbrauch etc. nicht einmal einbezogen.</p>
<p>Die rechte Säule ist die deutsche Durchschnitts-C02-Emission, aufgeteilt nach Konsum, Ernährung, Mobilität, Zuhause und &#8222;öffentlichem Konsum&#8220; &#8211; das ist die Grundbelastung, von der wir oben sprachen (also alle Emissionen des Landes, die nach Abzug von Privatkonsum übrig bleiben, umgelegt auf die ca. 80 Mio. Einwohner). Dieser &#8222;<a title="...erklärt im green.social blog" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/05/26/tragfahigkeit-grundlagen-fur-den-weg-zur-nachhaltigkeit/" target="_blank">ökologische Fußabdruck</a>&#8220; eines Deutschen ist ohnehin zu hoch und liegt mit knapp 11t C02 p.a. deutlich über der verträglichen Quote von 2,2t C02 pro Jahr. Würden alle Erdbewohner so leben, wie der hier rechts abgebildete Bürger, bräuchten wir 4,4 Planeten.</p>
<p>Um weiter ein gutes Klimabewusstsein zu haben, müsste also der Passagier der zwei Kurzstrecken-Flüge für den Rest des Jahres jegliches Essen, Atmen, Bewegen einstellen. Geht nicht, ist klar. Einen Weg können klimabewusste Passagiere neuerdings  trotzdem beschreiten: C02-Kompensation.</p>
<p>Organisationen wie <a href="http://www.atmosfair.de/" target="_blank">Atmosfair</a> oder <a href="http://www.myclimate.org/" target="_blank">MyClimate</a> bieten sogenannte Kompensationen an. Der Klimasünder berechnet seinen Ausstoß, und bezahlt einen Beitrag, der in Klimaschutz-Projekte investiert wird &#8211; und genau die Menge des emittierten Treibhausgases wieder einspart.</p>
<p>&#8222;Ablasshandel&#8220; krakeelen Kritiker <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/ablasshandel-fuer-fluggaeste/" target="_blank">wie in der taz</a> gleich &#8211; und ganz unrecht haben sie wohl nicht.  Dass liegt nicht am Prinzip, auch wenn die Annahme, alles emittierte C02 anderswo &#8222;sparen&#8220; zu können, recht blauäugig erscheint. Und gefürchtet wird, dass nun nur &#8222;kompensiert&#8220; wird, statt wirklich etwas am umweltschädlichen Verhalten zu ändern. Doch wesentlich ist vielmehr: Bislang gibt es, auch wegen der zu laxen Handhabe der EU, keine effektive Zertifizierung der C02-Händler. Noch kann sich jeder hinstellen, und eine Tonne C02 verkaufen, wie er will.</p>
<p>Das wird sich jedoch mit der schrittweisen Intensivierung der Versteigerung von Emissionsrechten in der EU ändern. Dann darf nur noch emittieren, wer auch bezahlt &#8211; aus einer bisher kostenlosen Dienstleistung, nämlich Müllentsorgung in der Atmosphäre, werden plötzlich Kosten. Die sind betriebswirtschaftlich greifbar (&#8222;externe&#8220; Kosten wurden so &#8222;internalisiert&#8220;), und sollen so die Emittenten anregen, den Ausstoß zu verringern, um Geld zu sparen. Außerdem soll die Menge der Emissionsrechte immer weiter verringert werden &#8211; so dass die Ware knapper wird und damit der C02-Ausstoß teurer (und weniger lohnenswert).</p>
<p>Ein gutes System, das sich ganz die marktwirtschaftlichen Automatismen zunutze macht &#8211; nur müsste es auch ordentlich und vor allem schnell umgesetzt werden. Denn: uns läuft die Zeit davon. So schnell wie möglich müssten Politiker jedes umweltschädliche Verhalten mit Preisen überziehen und damit unrentabel machen. Doch der Kampf gegen die Windmühlenflügel der Lobby ist ermüdend und langsam &#8211; und so müssen wir wohl zunächst noch selbst tätig werden: Klimafreundlich leben, so gut es geht, Emissionen sparen. Und wenn dann doch mal ein Flug anfällt, Emissionen kompensieren&#8230; Besser als gar nichts! Habe ich auch gemacht.</p>
<p><a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/09/co2-bilanz_europa-fluege.jpg"></a></p>
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		<title>Verkehr praktisch</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 09:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzeintrag/Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
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		<category><![CDATA[nachhaltige Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Oxford]]></category>
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		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir haben viel über abstrakte Visionen nachhaltiger Mobilität geschrieben. Heute stellen wir mit einem triumphalen Grinsen auf dem Gesicht die praktische Umsetzung von innovativen Verkehrskonzepten vor, und wählen als Beispiel dafür Oxford. Fazit: Es geht - wann fangen wir damit an?<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=244&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Da wir uns in letzter Zeit doch recht intensiv mit dem Themenbereich &#8222;<a title="&quot;Verkehr morgen&quot; - Post auf greensocial.net" href="http://greensocial.wordpress.com/2009/07/21/verkehr-morgen/" target="_blank">nachhaltige Mobilität</a>&#8220; auseinandergesetzt haben, und schon einige <a title="&quot;Mobilität der Zukunft&quot; - Post auf greensocial.net" href="http://greensocial.wordpress.com/2008/08/25/nachhaltige-mobilitat-zukunft/" target="_blank">grundsätzliche Thesen</a> entwickelt haben, möchten wir uns noch einmal mehr dem Thema widmen &#8211; in einem klitzekleinen Kurzeintrag.</p>
<p>Denn wer verändern will, muss pragmatisch bleiben &#8211; und nah an der Realität. Für die Umsetzung der Vision einer nachhaltigen Mobilität bedarf es deswegen guter Glaubwürdigkeit und echter Beispiele.</p>
<p>Ein solches <strong>gutes Beispiel für innovative Ideen im Bereich Verkehr</strong> ist die englische Universitätsstadt Oxford. Mit ihren knapp 150.000 Einwohnern ist sie weder besonders groß noch besonders klein. Die weltberühmte Universität lockt aber jedes Jahr Zehntausende an &#8211; das Verkehrsaufkommen, das Oxford zu bewältigen hat, ist also enorm und für die Stadtgröße absolut überproportional. Hinzu kommt eine zentristische Stadtstruktur: In der Stadt arbeiten, außerhalb wohnen. <strong>Auf den engen Straßen müsste eigentlich das reine Chaos ausbrechen. Tut es aber nicht. </strong></p>
<p>Wieso? Nun, Oxford setzt &#8211; gar nicht mal vollkommen bewusst &#8211; auf nachhaltige Mobilitätskonzepte.</p>
<p>In der Stadt gibt es wenig Parkplätze und viele Fußgängerzonen. Breite Straßenübergänge, weite Bürgersteige, kurze Distanzen. Gute Vorraussetzungen also, einfach mal zu Fuß zu gehen.</p>
<p>Wer (mit dem Auto kommend) in die Stadt will, wird gleich nach der Autobahnabfahrt ermuntert, große <strong>Park&amp;Ride Parkplätze</strong> zu nutzen. Die liegen komfortabel zwischen Autobahn und Innenstadt (auf der grünen Wiese), haben immer freie Plätze (in die man flott einparken kann) und sind kostenlos. Hat man sein Auto dann abgestellt, nutzt man einen eigens eingerichteten Pendelservice mit gut erkennbaren, grünen Doppelstockbussen, die in engem Takt verkehren -niemand muss lange auf die Busse warten, und man ist schneller in der Stadt als im Schneckentempo mit dem eigenen Auto.</p>
<p>In der Stadt selbst gibt es keinerlei Bahnen &#8211; aber <strong>etliche Busslinien</strong>, alle gut gekennzeichnet und mit einfachen Routen, die jeden Winkel der Stadt mit ihrem sternförmigen Verlauf anbinden. Bedarfsbushaltestellen (Bus hält nur auf Anforderung) und viele Übergangspunkte zu anderen Linien machen die Fahrt flexibel.</p>
<p>Durch das hohe Fahrgastaufkommen haben die ÖPNV-Verkehrsmittel eine gute Auslastung und vor allem sehr angemessene Preise mit Sozialermäßigungen.</p>
<p>Und besonders freut uns: Hunderte Fahrradfahrer sind auf den Straßen unterwegs und werden durch ihre schiere Masse zum gleichwertigen Verkehrspartner: Eine Auto/Fahrrad-Apartheid wie in Kontinentaleuropa ist undenkbar.</p>
<p><a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/08/bild0541.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-246" title="Fahrradspuren auf der Straßenbahn" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/08/bild0541.jpg?w=300&#038;h=224" alt="Fahrradspuren auf der Straßenbahn" width="300" height="224" /></a>Dazu tragen besonders die Fahrradspuren am Straßenrand bei, die den Fahrradfahrern eine bessere Chance bieten, voranzukommen, als jeder Fahrradweg auf dem Bürgersteig das könnte.</p>
<p>An Ampeln gibt es &#8222;Warteräume&#8220; für die Fahrradfahrer &#8211; vor der Haltelinie für PKWs. Und hin und wieder gibt es zusätzliche Fahrradspuren auf dem Gehweg &#8211; aber immer nur additiv zu den Straßen-Fahrspuren.</p>
<p><a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/08/bild0543.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-247" title="&quot;Bus Lane&quot;" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/08/bild0543.jpg?w=300&#038;h=224" alt="&quot;Bus Lane&quot;" width="300" height="224" /></a>Eine weitere exzellente Idee, die sich ob der großen Anzahl der Busse sehr rentiert, sind reine &#8222;bus lanes&#8220; &#8211; eine Spur reserviert für öffentliche Verkehrsmittel. Die kommen somit schneller voran und sind entsprechend attraktiver.</p>
<p>Oxford hat praktisch umgesetzt, was wir fordern. Und: es klappt!</p>
<p>Das Beispiel ist hervorragend &#8211; denn Oxford ist keine Provinzstadt, sondern eine Stadt mit Tradition und Weltruhm. Wenn neue Konzepte hier klappen &#8211; wieso sollten sie dann anderswo zwangsläufig zum Scheitern verurteilt sein? Das Beispiel straft die Lügen, die nachhaltige Verkehrslösungen ablehnen und auf stumpfe individualmotorisierte Mobilität pochen.</p>
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			<media:title type="html">Fahrradspuren auf der Straßenbahn</media:title>
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			<media:title type="html">&#34;Bus Lane&#34;</media:title>
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		<title>Verkehr morgen</title>
		<link>http://greensocial.net/2009/07/21/verkehr-morgen/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 15:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hintergrundartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Auto]]></category>
		<category><![CDATA[Bahn]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[nachhaltige Mobilität]]></category>
		<category><![CDATA[Nachhaltigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrschaos]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Weltbevölkerung steigt, und mit ihr das Verkehrsaufkommen. Der Individualverkehr setzt gewaltige Emissionen frei, verstopft Innenstädte, macht krank, verursacht Unfälle, und trägt massiv bei zum Klimawandel. Ein Verkehrskollaps droht, gerade in den Schwellenländern, die sich schnell motorisieren.
Doch gleichzeitig brauchen wir Mobilität; sie ist ein Schlüssel zum selbstbestimmten, modernen und urbanen Leben.
"Verkehr morgen" ist keine Staumeldung, sondern ein engagierter Artikel über die Verkehrspolitik der Zukunft - und die ist grün und gehört keineswegs dem Auto!<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=236&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Die Weltbevölkerung steigt, und mit ihr steigt das Verkehrsaufkommen. Immer mehr Menschen leben in riesigen Großstädten, in den Industriestaaten geht der Trend zum Drittauto für den Zwei-Personen-Haushalt und in Ländern wie Indien oder China kommt die Massenmotorisierung gerade erst auf Touren.</p>
<p>Schon vor gut einem Jahr haben wir uns hier mit dem Thema<a href="http://greensocial.wordpress.com/2008/08/25/nachhaltige-mobilitat-zukunft/" target="_blank"> &#8222;nachhaltige Mobilität&#8220;</a> beschäftigt. Optimistisch konnten wir damals in die Zukunft blicken, in der sicheren Gewissheit, dass sich etwas tun müsse &#8211; die steigenden Ölpreise würden dem automobilen Wahnsinn irgendwann schon ein Ende bereiten.<br />
Doch ein Ende ist, realistisch betrachtet, nicht abzusehen. Wirtschaftlicher Abschwung bedeutet für die großen Schwellenländer nicht notwendigerweise einen Wachstumsrückgang, sondern nur ein langsameres Wachstum. Und mit mehr Wohlstand erfüllen sich viele ihren Traum von der unabhängigen Mobilität. <strong>Motorisierung versprach uns vor hundert Jahren die Zukunft &#8211; den Entwicklungsländern geht es heute ebenso. Eine fatale Entwicklung</strong>.</p>
<blockquote><p>&#8222;Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil der Anforderungen von Menschen an Wohlstand – hat aber gerade deswegen einen großen Einfluss auf Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Entwicklungsländer streben nach Wohlstand – und innerhalb dieses Strebens nimmt die Unabhängigkeit und Macht, die z.B. ein Auto dem Besitzer verleiht, ein wichtiges Ziel ein. &#8222;</p></blockquote>
<p>In Neu-Delhi, dem einstigen Mekka Fahrrad-gefüllter Straßen, in Mexico City, Sao Paulo oder Mumbai tauschen Menschen ihr umweltfreundliches Zweirad gegen billige Motorroller, Autos, Kleinlaster &#8211; also alles, was einen Motor hat, Benzin verbrennt, und etwas schneller ist als das Fahrrad. <strong>Das Umweltschädliche wird zum Prestigeobjekt, und das Verkehrschaos nimmt zu.</strong><br />
Wo in Europa ein grünes Gewissen Einzug hält, versucht man, den umgekehrten Weg zu gehen: Paris, Berlin und Hamburg haben Fahrradleihsysteme eingeführt, die dem potentiellen Stau-Steher geradezu zurufen: Nimm das Fahrrad, lass das Auto stehen.</p>
<p>Klar ist: &#8222;die Zukunft gehört nicht der autogerechten Stadt &#8211; die Konzepte von morgen sind grün&#8220;, wie die Deutsche Bahn zuletzt in ihrem Magazin schrieb. Denn: Wirft man einen ökonomischen Blick auf den Autoverkehr, so kann die Bilanz unmöglich positiv ausfallen. 1,2 Mio. Verkehrstote <a href="http://www.vistaverde.de/news/Wissenschaft/0404/07_verkehr.php" target="_blank">jedes Jahr</a>, bis zu 50 Mio. Verletzte. Ruß, Abgase und Lärm machen die Städte unschön und die Menschen krank. Die Ausgaben für Verkehrsinfrastruktur steigen sprunghaft &#8211; doch nur, um den Bestand zu erhalten, und jedem Bürger zuzusichern, dass er mit dem eigenen Auto jederzeit überall hinfahren kann.</p>
<blockquote><p>&#8222;Unsere Art der Mobilität ist global nicht nachhaltig&#8220;,</p></blockquote>
<p>sagt der Stuttgarter Oberbürgermeister dazu. Recht hat er &#8211; und noch mehr: Unsere Art der Mobilität ist global unmöglich. Die deutsche Bevölkerungszahl stagniert &#8211; trotzdem wird, <a title="Mobilität der Zukunft [pdf!]" href="http://www.ifmo.de/basif/pdf/publikationen/2002/Zukunft_der_Mobilitaet_Szenarien_2020.pdf" target="_blank">laut einer Studie</a>, der PKW-Verkehr um 20% zunehmen. Die Autobauer halten sich nicht an ihre Selbstverpflichtung, die Autos sauberer und effizienter zu machen, und Vorreiter auf diesem Gebiet ist so ausgerechnet Toyota: Mit ihren Hybrid-Autos leisten die Japaner effektiv den größten Beiträg aller Autokonzerne.</p>
<p>Vor dem Hintergrund des Klimawandels besteht die Notwendigkeit, den Treibhausgas-Ausstoß des Mobilitätssektors zu senken &#8211; denn nach wie vor trägt der Bereich mit einem guten Viertel der globalen Emissionen zu Buche. Und das könnte weniger sein: Stadtplaner und Staatskasse ebenso wie Privatpersonen und Umwelt würden sich freuen.</p>
<p>Projekte gibt es genug: Die Bahn berichtet stolz von einem System in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotà, in dem eine Sonderspur für Busse eingerichtet ist. Die Nutzung des öffentlichen Busverkehrs wird so attraktiv, weil der einfach am Stau vorbeifährt &#8211; und so viel schneller unterwegs ist.<br />
Der <strong>Radverkehr</strong> <a href="http://greensocial.wordpress.com/2009/05/13/fahrradplaedoyer/" target="_blank">muss ausgebaut werden</a> &#8211; gerade in Großstädten sind die Vorraussetzungen eigentlich ideal: Eine Viertel einer Autofahrbahn, durch Markierungen oder Grünstreifen abgetrennt, genügt, um Radfahrern eine sichere Piste zu gewähren, und den Radverkehrsanteil in Metropolen langfristig auf bis zu 25% anzuheben. Auch zu Fuß ist man überraschend gut unterwegs, stellen wir heute fest &#8211; auch wenn jahrzehntelang dem Auto bei der Straßenplanung der Vorrang gegeben wurde.<br />
Wer dem Regen entgehen will, muss <strong>ein eng verzahntes, kostengünstiges und komfortables System aus Bahnen und Bussen</strong> nutzen können. Dabei gibt es viele Variationsmöglichkeiten: So können die Busse, wie in Indien, mit Naturgas fahren, wie in Brasilien mit Pflanzenöl, oder wie in Deutschland mit Wasserstoff. Sie können eine eigene Spur haben, um schneller voranzukommen. Bahnen können die trägen Regionalverkehrszüge sein, die flitzenden Magnetschwebebahnen, U-Bahnen, Straßen- oder Stadtbahnen. Damit hat Straßbourg gute Erfahrungen gemacht: Per Schnellzug weit ins Hinterland angebunden, fährt man in der Stadt gut&amp;schnell mit der Stadtbahn &#8211; einer niederflurigen und geräumigen Bahn, die wieder `94 eingeführt wurde, nachdem die Straßenbahn 30 Jahre zuvor stillgelegt wurde.</p>
<p><strong>Wo die gesteigerte Annehmlichkeit des Öffentlichen Personennahverkers (ÖPNV) nicht reicht, um die Verkehrsteilnehmer zum Umstieg zu bewegen, darf auch mal eine rabiate Maßnahme her</strong>: schon heute müssten Autos 1. nach Verbrauch und 2. nach CO2-Ausstoß besteuert werden. In Deutschland ist man damit noch vorsichtig &#8211; in London müssen CO2-Schleudern, die in die Innenstadt fahren, pro Tag 8 Pfund berappen.</p>
<p>Niemand will den Autoverkehr ganz ausrotten &#8211; gerade die Wirtschaft ist auf individuellen Transport angewiesen -, aber doch eindämmen. Autoverkehr muss auf ein vernünftiges Maß zurückgeschraubt werden &#8211; um damit auch den Schwellenländern Vorbild zu sein. Das ist&#8230;</p>
<ul>
<li>gut für die Umwelt<em> </em><em>- geringerer Schadstoffausstoß und weniger Treibhausgase -</em>,</li>
<li>gut für die Menschen <em>- weniger Unfälle, weniger Krankheiten, weniger Stress -</em>,</li>
<li>gut für die Städte <em>- mehr grün, weniger Asphalt, lebendigere Cities -</em>,</li>
<li>gut für unsere Geldbeutel <em>- weniger Ausgaben für Verkehrsinfrastruktur und Individualverkehr, geringere Spritkosten -</em>,</li>
<li>gut für die Zeit <em>- wir sind schneller, flexibler, bequemer unterwegs und können die Zeit im Verkehr nutzen -</em></li>
</ul>
<p>Doch ob wir Verkehrskollaps und Klimawandel durch Mobilität entgehen, weiß heute niemand. Letzten Endes ist es auch eine Frage von unserer Entscheidungsfreudigkeit: <strong>Bereiten wir uns heute auf die Notwendigkeiten einer grünen Zukunft vor, oder lassen wir uns kalt erwischen?</strong></p>
<p>Ich steige um &#8211; und fahre jetzt mit dem Rad zur S-Bahn.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Atomkraft, nein danke 2.0</title>
		<link>http://greensocial.net/2009/07/07/atomkraft-nein-danke-2-0/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 18:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>greensocial</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch heute ist Atomenergie keine Alternative. Nein danke, reloaded.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=greensocial.net&blog=3736597&post=87&subd=greensocial&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Deutschland steht vor einer <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article3141476/Die-Finanzkrise-entwickelt-sich-zur-Energiekrise.html" target="_blank">Energiekrise, es fehlen Kraftwerke</a>! Die Grundlast kann von deutschen Kraftwerken nicht mehr gedeckt werden! Wir brauchen Atomstrom, er ist sauber und günstig! Die ganze Welt will Atomstrom, nur Deutschland nicht &#8211; als einziges Land auf der Welt! Und <a href="http://www.welt.de/politik/article2137310/Die_sieben_Mythen_von_der_boesen_Atomkraft.html" target="_blank">eigentlich ist Atomstrom ja gar nicht so böse, wie alle sagen</a>. Denn es wird ja <a href="http://www.kernenergie.de/" target="_blank">viel zu ideologisch darüber diskutiert</a>, und ganz an den Fakten vorbei.</p>
<p>Meint die Atomlobby.</p>
<p>Dass wir uns hier <a href="http://greensocial.wordpress.com/2009/06/17/das-klima-geht-baden-von-kyoto-zu-kopenhagen/" target="_blank">hin</a> <a href="http://greensocial.wordpress.com/2009/05/30/ware-die-welt-eine-bank/" target="_blank">und</a> <a href="http://greensocial.wordpress.com/2008/11/09/umweltethik-und-klimawandel/">wieder</a> <a href="http://greensocial.wordpress.com/2008/09/06/klimawandel-erneut-naher-presse/" target="_blank">Gedanken</a> über den Klimawandel machen, ist ja bekannt. In der Debatte um eine zukünftige Energieversorgung, die klima- und umweltfreundlich ist , wird immer wieder auch die Atomenergie ins Gespräch gebracht &#8211; auch das kommt nicht von ungefähr, sondern wird mit millionenschweren Werbekampagnen der Atomkraft-Unterstützer lanciert. Da hängen hin und wieder Plakate, auf denen eine idyllische Landschaft zu sehen ist, Schafe grasen, Blumen blühen, blauer Himmel &#8211; und im Hintergrund stehen zwei Kühltürme. So versucht die Atomlobby, sich in Szene zu setzen.</p>
<p>Doch der Ausstieg aus der Atomkraft ist in Deutschland Gesetz: Ein gutes Geschäft droht sich dem Ende zuzuneigen. An den längst abgeschriebenen Atomkraftwerken verdienen die Atomkonzerne gut &#8211; jeder Tag, an dem die AKWs laufen, spült Geld in die Kassen. Unz so verzögert und taktiert die Branche, wartet ab &#8211; und hofft auf eine schwarz-gelbe Regierung ab Herbst. Denn schwarz-gelb und die Atomlobby mögen sich. Beim <a href="http://www.welt.de/politik/article4039372/Heftige-Attacken-bei-Atom-Forum-gegen-Merkel.html" target="_blank">jüngst begangennen 50. Geburtstag des Deutschen Atomforums</a> gab sich die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Klinke in die Hand und pries die Atomenergie. Die studierte Naturwissenschaftlerin sollte es besser wissen &#8211;  selbst die von den Kraftwerksbetreibern vorgebrachten Argumente <a href="http://www.zeit.de/2002/31/200231_forum_kohler_xml" target="_blank">haben unter der Lupe kaum Bestand</a>.  Entsprechend geharnischt kam das <a href="http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/44499.php" target="_blank">Statement des Ministers Sigmar Gabriel</a> daher, der als Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die Zuständigkeit für derlei Fragen schon im Namen trägt:</p>
<blockquote><p>&#8222;<strong>50 Jahre Atomforum &#8211; das bedeutet ein halbes Jahrhundert Lug und Trug</strong>. Die Propagandazentrale der Atomkonzerne steht wie kaum eine andere Institution für das bewusste Verschweigen, Verdrängen und Verharmlosen der Gefahren, die mit der kommerziellen Nutzung der Atomenergie verbunden sind. Der (&#8230;) Ausstieg aus der risikoreichen Atomenergienutzung, der Aufbruch in eine zukunftsfähige Energieversorgung ohne Öl und Atom &#8211; all das ist an den Propagandisten des Atomforums (&#8230;) vorbeigegangen&#8220;,</p></blockquote>
<p>sagt er, nennt die AKWs &#8222;lebenden Fossilen&#8220; &#8211; noch existente Relikte aus Urzeiten &#8211; und qualifiziert das Atomforum für den &#8222;Misthaufen der Geschichte&#8220;. Selten sprechen Politker eine so deutliche Sprache. Diese verbale Auseinandersetzung ist typisch für den Atomstreit. Mehr als sonst hat die Lobby ihre Finger im Spiel, und versucht ganz unverhohlen, Einfluss zu nehmen: Es sitzen viele Verhandlungspartner am Tisch &#8211; durch emotionale Argumentation alle klar polarisiert.</p>
<p>Doch wieso sollten die persönliche, auch emotionale Einmischung verboten sein &#8211; gerade bei einem so sensiblen Bereich müssen die Ängste der Menschen respektiert werden &#8211; <a href="http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/43813.php" target="_blank">die Mehrheit der Deutschen lehnt Kernenergie ab</a>. Die Diskussion muss geführt werden, und bald zu Ende gehen.</p>
<p>Die Realität straft die Atomlobby Lügen:  <strong>nur Stunden, nachdem beim Atomforum die &#8222;Sicherheit und Verlässlichkeit&#8220; des Atomstroms gefeiert wurden, gingen in Norddeutschland die Lichter aus</strong>: Das bereits als &#8222;Pannen-AKW&#8220; bekannte Kernkraftwerk Krümmel <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/19/0,3672,7601363,00.html" target="_blank">hatte schon wieder eine Panne zu vermelden</a> und musste heruntergefahren werden. <a href="http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/kruemmel_neue_panne_altes_problem/" target="_blank">&#8222;Neue Pannen, alte Probleme&#8220;, konstatiert Greenpeace.</a></p>
<p>Eine Grundlast ist in Deutschland kein Argument mehr für Atommeiler: Durch Energieformen wie Windenergie, die nur zeitweise auftreten, müssen wir einen Energiemix entwerfen, der wie ein Zahnrad ineinander greift. Es werden Spitzenlast-Ausgleichskraftwerke gebraucht. Die riesigen AKW-Kolosse sind dafür zu langsam.</p>
<p>AKWs sind nicht günstig, im Gegenteil: längst abgeschrieben und durch indirekte Subventionen gestützt, sind sie gesamtvolkswirtschaftlich teuer. Und der Strompreis wird ohnehin an der Börse gemacht.<br />
Das Klima schützen sie auch nicht: Mit der Uranproduktion wird überreichlich C02 freigesetzt &#8211; mehr als bei effizienten Gaskraftwerken.</p>
<p>Weg von fossiler Stromerzeugung heißt auch, weg von Uran &#8211; das ist nämlich ebenfalls ein fossiler Energieträger und für ambitionierte Atomkraft-Pläne ist er auch zu endlich: <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30555/1.html" target="_blank">Experten sehen einen &#8222;Peak-Uran&#8220; &#8211; also das baldige Zurückgehen der Uranförderung</a>. Uran weg, Ofen aus. Ohne Brennstoff helfen auch die Kraftwerke nichts. Das ist aber nicht schlimm, denn: Selbst um den Atomkraft-Anteil weltweit stabil zu halten, müsste noch mehr Kraftwerke gebaut werden als derzeit in Planung sind. Einen so großen Beitrag zum Klimaschutz, wie man uns glauben machen will, können AKWs also gar nicht leisten.</p>
<p>Doch sogar wenn eine Ausweitung der Atomtechnologie, entgegen aller rationalen Erwartungen, global möglich wäre: Es muss uns immer bewusst sein, dass mit ziviler Urannutzung immer auch die militärische einhergeht. Wer sonst den Kampf für globale Abrüstung kämpft, tut wenig gut daran, <a href="http://www.rferl.org/content/IAEA_Chief_Warns_Of_Possible_New_Wave_Of_Nuclear_Proliferation/1732533.html" target="_blank">allen Staaten der Welt im Prinzip waffenfähiges Uran an die Hand zu geben</a>.</p>
<p>Ja &#8211; womöglich fehlen in Deutschland langfristig Kraftwerkskapazitäten. Aber das ist, <a href="http://www.zeit.de/2002/31/200231_forum_kohler_xml?page=2" target="_blank">wie sogar Stephan Kohler, Geschäftsführer der sonst wenig kritschen Dena (Deutsche Energie Agentur) zugibt</a>, &#8222;die Chance, das Energieversorgungssystem wirklich intelligent umzubauen&#8220;. Und darüber, meint Kohler, &#8222;lohnt es viel mehr nachzudenken als über die Wiederbelebung der Atomenergie&#8220;.</p>
<ul>
<li>Alle Argumente und Fakten zum Thena müssen wir hier nicht wiederkäuen: Andere haben sich an anderen Stellen bereits die Mühe gemacht, die Pro-Atom-Argumentation gründlich auseinanderzunehmen. Sehr empfohlen sei an dieser Stelle der <a title="taz.de: Atomkraft? Nicht schon wieder!" href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/so-bleiben-sie-atomkraftgegner/" target="_blank">taz-Artikel dazu</a>, auch <a href="http://www.zeit.de/2002/31/200231_forum_kohler_xml?page=2" target="_blank">dieser Zeit-Artikel</a> liefert wertvolle Argumente.</li>
</ul>
<p style="text-align:center;">
<p style="text-align:center;"><em>Edit (25.11.2009): Der Regierungswechsel ist nun auch auf der Internetseite des BMU angekommen. Der neue Umweltminister der Rechts-Koalition hat die Anti-Atom-Fakten, auf die wir </em><a href="http://www.bmu.de/atomenergie_sicherheit/doc/2715.php" target="_blank"><em>zuvor verlinkt hatten</em></a><em>, entfernen lassen&#8230; </em><a href="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/07/atom-facts-verschwunden.jpg"><img class="size-medium wp-image-306 aligncenter" style="margin:10px;" title="Atom-Facts verschwunden!" src="http://greensocial.files.wordpress.com/2009/07/atom-facts-verschwunden.jpg?w=300&#038;h=42" alt="" width="300" height="42" /></a>:</p>
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