Wäre die Welt eine Bank…
30. Mai 2009 at 17:05 11 Kommentare
So mancher schüttelt in diesen Tagen seinen Kopf. die Bundesregierung verabschiedete soeben einen Nachtragshaushalt, der nicht etwa regelt, wie die zur Verfügung stehenden Gelder verteilt werden. Nein – der zweite Nachtragshaushalt 2009 regelt, in welchen Bereichen die Neuverschuldung angesiedelt wird.
Während die Sorgen von Otto Normalverbraucher eher in Richtung des übelasteten Dispokredits gehen, wirft der Staat mit vollen Händen Geld durch die Gegend – wie etwa bei der Abwrackprämie, über deren (etwas zweifelhaften) Sinn wir schon geschrieben hatten.
Dabei tickt die Schuldenuhr – 4.439€ beträgt der sekündliche Schuldenzuwachs der BRD laut Angaben des Bundes der Steuerzahler (BdSt). Die Verschuldung pro Kopf liegt damit bei über 19.000€ (Stand Ende 5/2009) – egal, ob bei Kleinkindern, Erwachsenen, Alten, Frauen oder Männern: Der Durchschnitt ist gemein, und er kennt keine Gnade.
Eine „Schuldenbremse“ in die Verfassung aufzunehmen, ist deswegen absolut richtig – gerade in der sogenannten Finanzkrise sollte uns klar sein: Immer mehr Schulden abzuwälzen auf zukünftige Generationen ist nicht nur unfair, sondern führt irgendwann – ganz automatisch – zum Crash.
Doch das komplette Ausmaß der krisenhaften globalen Situation ist damit noch gar nicht erfasst. Denn die Finanzkrise kommt vom Zeitpunkt her sehr unpassend: Für Umweltschutz ist meistens nur dann Geld da, wenn die Wirtschaft „brummt“.
Fatal – gerade, wo wir jetzt die entscheidenden Schritte tun müssten, um über unsere Zukunft zu entscheiden. Der Klimawandel ist die zentrale Herausforderung, schon der kommenden Jahre, erst recht der kommenden Generationen. Diese Entwicklung zu verschlafen und nicht zu handeln, nur weil gerade eine Wirtschaftskrise zu bewältigen ist, wird in einem viel größeren Crash münden, als Finanzmarktvolatilitäten ihn je verursachen könnten.
Soziale Erungenschaften lassen sich nur verteidigen, wenn die Grundlagen unserer Existenz – die Umwelt – intakt sind. Und umgekehrt.
Doch das will heute niemand wahrhaben:
Wäre die Welt eine Bank, hättet ihr sie längst gerettet! - ein Banner mit diesem Aufdruck haben Greenpeace-Aktivisten kürzlich an einem Bankentower in der Frankfurter Innenstadt befestigt.
Genau den staatlichen und privatwirtschaftlichen Aktionismus, der im Hinblick auf „die Krise“ um sich greift, brauchen wir zu Bewältigung der (viel gefährlicheren) Klimakrise. In den letzten Tagen befasste sich eine Konferenz von Nobelpreisträgern mit genau diesem Thema und hat dazu eindringliche Zeilen vorgelegt (unbedingt lesenswert!).
Doch obwohl die Problematik des Klimawandels empirisch fassbar und wissenschaftlich unumstritten ist, verharren wir in unseren Verhältnissen. Wieso? Ist es eine Schrecksekunde, sind wir zu bequem, oder begreifen wir nur nicht, was uns bevorsteht?
„Rationalität überfordert den Menschen“, sagt Prof. Dr. Erich Weede, Soziologe, Psychologe und Politikwissenschaftler an der Uni Bonn und befindet trocken:
„Während die Rationalitätsprämisse den Menschen kognitiv überfordert, wird die Eigennutzprämisse unseren kognitiven Möglichkeiten eher gerecht. (…) Nur wer für die Folgen seines Handelns (und Unterlassenes) verantwortlich gemacht wird, hat den Anreiz, sich um Rationalität zu bemühen (…)“. (FAZ, 25.5.09, S.12)
Oder, einfacher formuliert: Wir handeln nur, wenn wir dazu gezwungen werden, und nicht aus eigenem Antrieb – schon gar nicht, wenn es unbequem wird. Und da die Politik nicht handelt, bleibt alles beim alten.
Düstere Aussichten. Die Hoffnung dürfen wir deswegen trotzdem nicht aufgeben. Denn in zehn Jahren nagt der gestiegende Meeresspiegel schon an Amsterdam. Und dabei wird es nicht bleiben. Handeln: Jetzt!
Foto: (c) Bert Bostelmann/Greenpeace
Eintrag abgelegt unter Hintergrundartikel. Tags: Abwrackprämie, Bank, Finanzkrise, Greenpeace, Klima, Klimawandel, Rationalität, Schulden, sozial, Staatsverschuldung, Umwelt, Welt, Wirtschaft, Wirtschaftskrise, Wissenschaft, Zukunft.
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1.
Daniel | 31. Mai 2009 um 13:49
Hmm, ich sehe das im großen und ganzen genau wie Du, aber woher hast Du denn deine Abschätzungen zum wirtschaftlichen Schaden des Klimawandels? Den letzten IPCC-Bericht, den ich dazu quergelesen habe, ging von etwa -4% BIP in 70 Jahren (soweit ich mich erinnere) aus, das ist also etwa die Größenordnung der aktuellen Rezession in einer viel reicheren Gesellschaft. Aber vielleicht bin ich da nicht mehr auf dem aktuellen Stand. Wo kann ich etwas dazu nachlesen?
2.
greensocial | 31. Mai 2009 um 18:05
Der Stern-Report (des britischen Volkswirts Nicolas Stern, gefertigt im Auftrag der britischen Regierung), der seit 2006 vorliegt, sah schon damals (also vor drei Jahren) wirtschaftliche Folgeschäden des Klimawandels von bis zu 20% des globalen BSP ab:
Hier findest Du eine gängige Zusammenfassung des Berichts, ca. zwei A4-Seiten.
Hinweisen möchste ich in dem Zusammenhang auf zwei Punkte: Zum einen: Selbst „nur“ 5% unserer globalen Wirtschaftsleitung sind als Einbußen schon nicht mehr lustig – jeder 20ste hat keine Knete mehr im Geldbeutel, könnte man sagen (auch wenn das ein eher unorthodoxes und zu pauschales Beispiel ist). Sir Stern zeigt hingegen in seinem Report auf, dass wir nur 1% des globalen BSP investieren müssen, um den Klimawandel abzufangen & Folgeschäden zu reduzieren.
Insofern wäre es doch, rein logisch betrachtet, sinnlos, die vier Prozentpunkte (absolut gesehen sogar ca. 20% Unterschied!) zwischen „Handeln“ (also Vorbeugung) und „Ertragen“ (also Folgeschäden erleiden) „wegzuwerfen“ – heißt: bezahlen wir doch lieber jetzt 1%, statt später 5% – oder wahrscheinlich mehr zu bezahlen!
Abgesehen davon sind seit dem Stern-Review mittlerweile drei Jahre vergangen – und in denen hat sich viel getan. Die Grundprämisse für „nur“ -5% BSP als Klimafolgeschäden geht nämlich von einer geringen CO2-Konzentration als 550ppm aus, und v.a. davon, dass die Erwärmung unter 2°C (gegenüber vorindustriellem Niveau) bleibt.
Das wird sie aber nicht, wie wir heute vermuten können. Im Gegenteil, womöglich kommen wir an die katastrophalen Werte von 5°C Erwärmung heran. Deswegen werden auch die (wirtschaftlichen) Klimafolgeschäden etwa um den Faktor 10 zunehmen – also auf keinen Fall bei „nur“ -5% BSP stagnieren.
Bei Fragen, frag ;) Gruß aus HH!
3.
Daniel | 4. Juni 2009 um 22:57
Ich stimme dir ja zu, daß „auch -5% nicht lustig wären“, aber wenn wir über Jahre hinweg einen Prozentpunkt unseres Wachstums opfern, dann ist das ein *immenser* Wohlstandsverlust und gar nicht lustig.
Angenommen, ich habe heute 100€. Was habe ich dann bei einem realen Wachstum von 4% in 50 Jahren? Etwa 711€. Was habe ich bei 3% Wachstum? 439€! Der Wohlstandsverlust ist einfach enorm (mehr als doppelt so viel wie man investiert hat!), man unterschätzt da einfach die Exponentialfunktion.
Aber hey, die Schadensberichte am Stern-Bericht sind wahnsinnig umstritten, so ziemlich jeder andere kommt auf Größenordnungen kleinere Werte und die positiven Effekte werden gar nicht betrachtet.
Im wesentlichen *weiß* halt niemand, wie unsere Wirtschaft in 50 Jahren (oder noch länger) aussehen wird. Ich denke, es weiß vor allem niemand, wie unsere Energieversorgung aussehen wird: Wird es Wind und Sonne sein? Oder liegt die Zukunft doch in neuer Reaktortechnologie wie dem schnellen-Neutronen-Reaktor (IFR), der 100 mal effizienter ist als bisherige Atomkraftwerke und der auch den radioaktiven Müll (und Plutonium) fressen kann? Oder Thoriumreaktoren, wie sie aktuell in Finnland angedacht werden? Die Forschung an E.Coli-Bakterien, die Zellulose zu dieselähnlichen Substanzen umsetzen können, macht auch gute Fortschritte. Was macht die Wasserstofftechnik? Was machen die Ultrakapazitäten, können wir also endlich elektrische Energie gut speichern?
Ich bin da extrem skeptisch, daß aktuelle Politiker und deren Lobbyisten die Zukunft so gut vorausplanen und Entscheidungen von oben herab verordnen, die wir in 50 Jahren noch für eine gute Idee halten?
Da würde ich doch lieber die „1% des BIP“ nehmen und damit ein Problem lösen, daß wir halbwegs handhabbar vor uns haben, zB. verhindern, daß Kinder zu hunderttausenden sterben oder erblinden, weil sie an dem Umweltproblem Nr. 1 leiden: dem Rauch verbranntem Holz in geschlossenen Räumen. Dazu muß elektrifiziert und investiert werden (aber die Institutionen nicht vergessen).
4.
Christian | 22. Juni 2009 um 09:38
Man kann ja zu manchen Greenpeace-Aktionen stehen wie man will, aber „Wäre die Welt eine Bank, ihr hättet sie längst gerettet“ trifft das Problem leider im Kern. Das schnelle Handeln des Staates im Falle der HRE unterstreicht leider, wieviel Geld der Staat zu Lösung eines dringenden Problems in die Hand nehmen kann und welche gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen letztendlich möglich sind.
Dass bei anderen Problemen (dazu gehört natürlich auch – wie im dritten Kommentar angesprochen – die Elektrifizierung von Ländern der Dritten Welt oder die Lösung globaler Gesundheitsprobleme). die man bei objektiver Betrachtung als mindestens ebenso dringlich einstufen könnte, deutlich weniger schnelle und effiziente Aktivitäten entfaltet werden, stimmt bisweilen nachdenklich. Möglicherweise ist es ja wirklich das fehlende Element des Zwangs, welches in solchen Situationen ein „mehr“ verhindert…
5.
greensocial | 22. Juni 2009 um 17:37
…Christian, ich bin begeistert! Deiner Homepage entnehme ich, dass Du CDU-aktiv bist – und bisher habe ich in Diskussionen mit Konservativen noch nie ein Statement gehört, nach dem „das fehlende Element des Zwangs“ verhindert, dass höhere Ziele erreicht werden.
Aber Recht hast Du – und ich bin sicher, genau diesen Aspekt nochmal in einem der nächsten Posts aufzunehmen: häufig muss man Politik und Wirtschaft einfach ein bisschen „anstupsen“, damit etwas geschieht – denn das Resultat ist letzten Endes häufig für alle besser.
Das ist erstens mit der sozialen Marktwirtschaft nach Alfred Müller-Armack zu vereinbaren (wer sein Werk „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ ließt, entdeckt, dass zB auch Prinizpien wie Mindestlohn vollauf seiner Intention entsprechen).
Und zweitens zeigt sich ja (es folgt nun das zugegebenermaßen schon häufig strapazierte Paradebeispiel): Es funktioniert! Gerade im Umwelttechnik-Sektor hat Deutschland hunderttausende Arbeitsplätze geschaffen und ist nur zu oft internationaler Marktführer: Es profitiert die ganze Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft!
6.
greensocial | 22. Juni 2009 um 17:42
Daniel, ich hab mich gar nicht mehr gemeldet, sorry. Trotzdem zu Deinem Kommentar noch ein Wort:
Du hast ja Recht, wenn Du sagst, wir sollten nicht zu viel Geld in die Hand nehmen, ohne die Zukunft exakt zu kennen.
Ich stimme Dir zu, dass viele der angesprochenen Punkte wichtig sind, und auch ich setzte große Hoffnungen zB in Kernfusions-Technologie: Wäre prima, um unsere Probleme in pucto Energieversorgung zu lösen (wenn die Technologie denn ausgereift ist).
Aber zu sehr sollten wir auch nicht bremsen: Natürlich muss man sein Verhalten (gerade in Sachen Ausgaben) immer wieder an der gegenwärtigen Situation spiegeln. Niemand wird heute gerne Entscheidungen treffen wollen, die sich in 50 Jahren auswirken.
Aber anfangen müssen wir – das auf jeden Fall. Und btw, Treibhausgase zu emittieren ist auch so eine Entscheidung, die viel zu leichtfertig getroffen wird und sich erst in etlichen Jahren voll auswirkt.
7.
Christian | 22. Juni 2009 um 18:41
…das mit dem Zwang muss ich vielleicht nochmal klarstellen.
Gemeint war eher weniger das „anstupsen“ durch Dritte, sondern eher der Zwang im Sinne einer Situation, die ein proaktives Handeln dringend erforderlich macht. Als solche wird die Umweltproblematik leider vielfach nicht erkannt, was dann im Ergebnis dazu führt, dass wichtige Entscheidungen aufgeschoben werden. Wären die Entscheidungsträger dagegen umfassender über die möglichen Konsequenzen informiert und erhielte die mittel- bis langfristige Planung in Wirtschaft (und Politik) endlich weder den ihr gebührenden Stellenwert (verglichen mit der heute leider dominierenden, kurzfristig orientierten Sichtweise), ergäbe sich der „Handlungszwang“ im Grunde von ganz alleine…
Wobei natürlich das „anstupsen“ sowohl von Wirtschaft (über den Markt) als auch von Politik (über die Stimmen) völlig legitim sind und in einer offenen Gesellschaft dazugehören – was aber sicher kein Konservativer je bestreiten wird :-)
Das hervorragende Wachstum des Umwelttechnik-Sektors ist in meinen Augen übrigend weniger als Resultat von Zwängen, sondern eher als besonders positives Beispiel für die gelungene Internalisierung positiver externer Effekte zu sehen; d.h. die Umwelttechnik-Entwickler und -Hersteller profitieren dank des staatlichen Korrektivs stärker von dem Gewinn, den ihre Arbeit für die Gesellschaft insgesamt bedeutet, als dies unter suboptimalen Marktbedingungen der Fall gewesen wäre.
Wenn man sich mal die Summen ansieht, mit denen der Staat in den vergangenen 40 Jahren die Atomindustrie subventioniert hat, ist die Umwelttechnik-Förderung eigentlich immer noch ein Tropfen auf den heißen Stein…
8.
Atomkraft, nein danke 2.0 « green.social blog | 7. Juli 2009 um 20:06
[...] wir uns hier hin und wieder Gedanken über den Klimawandel machen, ist ja bekannt. In der Debatte um eine zukünftige [...]
9.
Philipp | 9. November 2009 um 19:21
Ein paar Sachen zu Kommentar 3 und Energieversorgung:
Wie soweit ich weiß stark von unserer werten alten und neuen Bundeskanzlerin propagiert: „Atomkraft ist eine Brückentechnologie.“ Das würde in meinen Augen heißen, dass man keine weitere Entwicklungsarbeit in diese Technologie fließen lässt, was in meinen Augen die erwähnten Thoriumreaktoren schon mal ausfallen lässt. Abgesehen davon werden Thoriumreaktoren nicht nur aktuell in Finnland entwickelt sondern sind seit den 70ern in allen möglichen Teilen der Welt immer mal wieder aktuell.
Die E.coli Bakterien, die dieselähnliche Stoffe herstellen können sind auch keine ernst zu nehmende Alternative da hier auch nur an einem Ersatz für fossile Brennstoffe geforscht wird, die das Problem des CO2 Ausstoßes auch nicht verbessern werden, egal wie gut die CO2-Bilanz des gesamten Kreislaufes auch sein mag.
Als zukunftsweisend sehe ich auf jeden Fall den erwähnten schnellen Neutronen Reaktor und soweit ich weiß gab es auch Pläne ähnliche Effekte mit einem Teilchenbeschleuniger zu erreichen. Noch besser sind wohl Fusionsreaktoren mit dem ersten Prototypen mit positiver Energiebilanz (ITER-Projekt in Frankreich) und paralleler Materialforschung für Serienproduktion von Fusionsreaktoren.
Gänzlich in eine andere Richtung zeigend, aber mindestens genauso vielversprechend ist das kürzlich ausgezeichnete Modell der Kombikraftwerke das schon auf kleinen Skalen seine Funktion gezeigt hat und auch auf ganze Länder skalierbar wäre.
Soviel mal zu etwas technischeren Infos zur Energiegewinnung „der Zukunft“…
10.
greensocial | 9. November 2009 um 20:06
Hallo Philipp,
danke für den fachkundigen Input. Was denkst Du denn, welcher Zeitrahmen momentan so für die Erforschung eines schnellen Neutronen-Reaktors bzw. Kernfusion denkbar ist? Das ITER-Projekt ist mir auch neu, bislang hatte ich noch nicht über eine so weite Entwicklung gehört… Wenn da in Frankreich momentan rumgeschraubt wird, können wir dann in 10 Jahren den ersten deutschen Reaktor aufstellen?
11.
Philipp | 10. November 2009 um 15:14
Was die Neutronenreaktoren angeht weiß ich im Moment nicht sehr gut bescheid. Aber soweit ich weiß geht es bei deren Nutzung mittlerweile schon um Sicherheitsbestimmungen usw. Das heißt wohl, dass die Technologie soweit grundsätzlich schon Serienreif wäre. (Forschung Kernenergie)
Zum ITER-Projekt, bzw. Fusionsreaktoren muss ich leider ein wenig enttäuschen. Die Weichen sind zwar alle gestellt, aber es ist noch eine massive (ingenieur-)technologische Herrausforderung, die es zu meistern gilt.
Der ITER Reaktor soll ca. 2018 das erste Plasma haben, sprich gestartet werden. Parallel werden in dem DEMO-Projekt wie schon erwähnt Materialien erforscht um damit um Ende des nächsten Jahrzehnts die Konstruktion zu beginnen. Für DEMO ist dann die Funktionstüchtigkeit für 2030 geplant, um dann ab 2040 die ersten Fusionsreaktoren wirklich ans Netz gehen zu lassen. (ITERAndBeyond)
Irgendiwie ist das ITER-Projekt schon lustig, da nämlich als mein Vater Physik studiert hat (70er Jahre) das Projekt schon diskutiert wurde und es damals hieß in 50 Jahren würde der erste Fusionsreaktor ans Netz gehen. Jetzt, 30 Jahre später ist das ITER-Projekt immer noch entsprechend aktuell und hat auch einen Zeitrahmen von ca. 50 Jahren… Aber jetzt wird immerhin schon gebaut.