ein grüner Aufschwung?

6. März 2009

Auch wir haben uns viel in Krisenrhetorik geübt. Schon zum Ende letzten Jahres haben wir vorrausgesagt, dass sich „die Krise“, begonnen im Finanzsektor, auf die gesamte Gesellschaft ausweiten wird – und dazu brauchte es ja auch gar nicht so viel Weitsicht. Zuletzt haben wir dann die Auswirkungen auf unser demokratisches System untersucht.

Der vielgerühmte US-Präsident Barack Obama ist nun in der Realpolitik angekommen. Was ihn im eigenen Land ein – wenn auch sehr kleines – Stück unpopulärer macht, ehrt ihn aus der Distanz betrachtet: Seine Entscheidungen zeugen von Weitsicht und stehen durchaus in Kontinuität zu seinen formulierten Überzeugungen.
Reformen und Krisenpakete durch immense, nie gehabte Schuldenberge zu finanzieren, ist dennoch unverantwortlich und widerspricht dem Gedanken der Nachhaltigkeit.

Dennoch: die Aktionsplattform avaaz.org beobachtet eine Philosophie des „green recovery„, des „grünen Aufschwungs“, und schreibt:

In the face of the global economic downturn and the climate crisis, a brilliant new idea is taking hold: green recovery. From China’s Hu Jintao to Obama in the U.S., leaders are realizing that a green recovery — investing in renewable fuels, efficiency, and new technology — is the best way to create jobs and save the planet at the same time.

Politische Führer auf der ganzen Welt würden momentan die Erkenntnis gewinnen, dass die Beachtung ökologischer Aspekte auch im Hinblick auf soziale und ökonomische Ziele Früchte trägt.

Gut so – denn damit setzt sich die Vernunft durch (ganz unbescheiden können wir auch schreiben, dass es das ist, was wir seit hier beschreiben – und was dem Blog seinen Namen gibt: green.social). Doch tut sie es auch? Erkennen die politischen Entscheider, die Spitzen der mächtigsten und größten Nationen, wirklich die Dimension der Probleme, die vor uns stehen – gerade in ökologischer Sicht, und dass der Klimawandel weitaus schlimmere Auswirkungen haben wird als eine rein ökonomische Krise wie diese? Und vor allem, tun sie auch etwas?

Diese Fragen müssen wir uns stellen, denn es geht um unsere Zukunft – nicht mehr und nicht weniger. Ganz pathetisch.

Auch wir möchten uns diesen Fragen in den kommenden Einträgen verstärkt widmen. Zunächst werden wir, Stück für Stück, unsere Wünsche zusammentragen:

In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Welche Ängste, aber auch Chancen und Visionen haben wir? Wie wird sich unser gesellschaftliches Zusammenleben verändern? Was erwarten wir von unserer Gesellschaft?
Solche Idealvorstellungen müssen kritisch überprüft werden – auch auf ihre Durchsetzbarkeit hin: Können wir es uns überhaupt leisten, weiter so zu leben wie bislang?

Ein grüner Aufschwung ist bislang noch nicht erkennbar. Weder grün, noch Aufschwung. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Mit unserer Serie möchten wir anregen und gestalten.
Für ein Deutschland der Zukunft.

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Es beruht auf einem Inhalt unter greensocial.wordpress.com.

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