Welt-AIDS-Tag

1. Dezember 2008

aids-schleifeÜber 40 Millionen Menschen sind von AIDS betroffen. Eine so große Menge, wie sie die Bevölkerung von halb Deutschland darstellt.

Über zwei Millionen Menschen sterben jedes Jahr direkt an den Folgen von AIDS.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt. Und: noch nie wurden mehr Neuinfektionen festgestellt als im letzten Jahr.

Aber auch eine große Zahl Kranker ist vielleicht heilbar – AIDS-Kranke jedoch nicht. Und das ist das wirklich schlimme:

AIDS ist nicht heilbar.

Die Immunschwächekrankheit, verursacht durch das HI-Virus (HIV), kann aufgehalten werden, aber nicht bekämpft. Betrachten wir es vor unserem üblichen, analytisch-trockenen Hintergrund der globalen Vernetzung:

Das ist schon in fortschrittlichen Ländern wir Deutschland eine Katastrophe: Nämlich zu wissen, dass viele hundert Einzelschicksale AIDS zum Opfer fallen werden, zum Teil ohne eigenes Verschulden, und schon nach dem „postiv“-Testergebenis in der Gewissheit, nie mehr ein unbeschwertes Leben führen zu können.

Doch in Volkswirtschaften, die sich noch in Entwicklung befinden, hat AIDS auch wirtschaftlich noch fatale Auswirkungen. Und das auf zwei Ebenen: Einerseits sind meist die Ernährer von Familien betroffen; im Falle der Erwerbsunfähigkeit oder des Todes bricht ganzen Familien die Lebensgrundlage weg.
Und zum anderen sind soziale Sicherungssysteme dort nicht in der Lage, den Erkrankten sinnvoll beizustehen. Hinzu kommt, dass die Leistungsfähigkeit ganzer Länder durch AIDS entscheidend geschwächt wird.

Besonders in Afrika wütet die Epidemie, und das südliche Afrika ist am stärksten betroffen. In Swaziland, östlich der Republik Südafrika gelegen, ist der Staat nicht mehr lebensfähig:Um Alte und Kinder bereinigt, weiß Wikipedia, beträgt die Infektionsquote dort 63% [sic!]. Ein Kind, das dort auf die Welt kommt, hat eine Lebenserwartung von nur 34 Jahren – wenn es nicht der hohen Kindersterblichkeit unterliegt.

Im Hinblick auf internationale Solidarität haben wir eine große Verantwortung. Wir können zwar nicht heilen – niemand kann das -, aber helfen. Wir müssen unsere Pharmakonzerne an die kurze Leine nehmen. Denn diese versuchen mit AIDS-Medikamenten ein Geschäft zu machen.
Die Herstellung sog. Generika (preiswerter, nachgemachter Medikamente) muss ermöglicht, unterstützt und gefördert werden.
Die Bekämpfung der Krankheit muss weltweit verstärkt werden, Regierungen besonders betroffener Länder müssen verstärkt beraten werden.
Die Benutzung von Kondomen muss weltweit weiter salonfähig gemacht werden, unermüdlich ist auf die Gefahren von AIDS hinzuweisen.

Und da kommen wir zu einem entscheidenden Punkt: Die Krankheit darf zum einen nicht stigmatisiert werden, auf der anderen Seite müssen ihre Gefahren verdeutlicht werden. Breitet sie sich wie bisher exponentiell aus (gleiches Prinzip wie beim Bevölkerungswachstum), so stellt sie reell eine unglaubliche Gefährdung der Menschen dar. Das müssen wir uns vor Augen führen: AIDS hat das Potential, der Pest-Seuche ähnlich, große Teile der Menschheit hinzuraffen!

Deswegen gilt: Alle Anstrengungen, die wir ergreifen können, müssen wir auch ergreifen. Aus Eigeninteresse und ethischer Verantwortung.

Den Papst, der die Verwendung von Kondomen aus einem überholten und unzeitgemäßen Weltbild heraus ablehnt, muss man in dieser Hinsicht scharf zurechtweisen.
Wer von sich behauptet, der „Stellvertreter Gottes“ zu sein und „ex cathedra“ (mit dem Anspruch auf Unfehlbarkeit) spricht – und deswegen gleichzeitig einen hohen Einfluss auf Millionen von Katholiken und Christen in aller Welt hat – der muss so verantwortlich sein, die Folgen seines Handelns zu bedenken.

Gerade in Gebieten mit hoher AIDS-Rate ist ein fundamental katholisch-christlicher Einfluss besonders stark gegeben. Liegt nun die Situation wechselnder Sexualpartner vor – über die zu streiten nicht Sache dieses Blogs, aber auch nicht des Papstes ist! -, so gehört sich die Benutzung von Kondomen als selbstverständlich.

Doch der Oberhirte der Katholiken lehnt dies ab – und verschuldet damit indirekt Tausende Tote, jedes Jahr. Hunderte Tote, jede Minute.

Wir brauchen mehr Engagement, mehr Emotionen – und vielleicht auch mehr Intelligenz – im Kampf gegen AIDS. Mögen wir siegen.

  • Mehr Informationen auch auf http://www.welt-aids-tag.de

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2 Comments Add your own

  • 1. Anonymous  |  1. Dezember 2008 at 22:13

    [...] in Dezember 1, 2008 von theolounge Gastbeitrag  Über 40 Millionen Menschen sind von AIDS betroffen. Eine so große Menge, wie sie die Bevölkerung [...]

  • 2. Weltaidstag 2008 - SPREADY.net News & More  |  1. Dezember 2008 at 23:31

    Weltaidstag 2008…

    [...] rfuhren im vergangenen Jahr, dass sie den HI-Virus in sich tragen. Im Vorjahr la [...]…

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