für eine nachhaltige Mobilität der Zukunft
25. August 2008
In der vergangenen Zeit war der „Ölpreis“ hier natürlich mehrfach Thema. Unsere Grundthese dazu ist:
Das Angebot [an fossilen Energiequellen] sinkt, die Nachfrage jedoch steigt stetig. Dieser Trend bewirkt, dass es langfristig nur zu einer Preissteigerung kommen kann.
Klar ist: Alle Menschen müssen sich um Alternativen bemühen – allein schon, um die verheerenden ökologischen Folgen der Energiegewinnung durch fossile Energieträger abzumildern.
Heute wollen wir uns mit einem wesentlichen Teil nachhaltiger Entwicklung beschäftigen: Verkehr.
Schon ein Blick auf eine Hauptverkehrsstraße in einer Metropole zeigt: (individuelle) Mobilität ist ein wesentlicher Bestandteil der Anforderungen von Menschen an Wohlstand – hat aber gerade deswegen einen großen Einfluss auf Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft. Entwicklungsländer streben nach Wohlstand – und innerhalb dieses Strebens nimmt die Unabhängigkeit und Macht, die z.B. ein Auto dem Besitzer verleiht, ein wichtiges Ziel ein.
Nehmen wir zunächst die Fakten auf. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schreibt dazu:
„Der Klimaschutz erstickt an den Verkehrsabgasen. Die weltweite Autoflotte explodiert und wird bald die Milliardengrenze überschreiten. Immer mehr Güter werden verfrachtet und der Flugverkehr steigt dramatisch. Damit steigen auch die klimaschädlichen Abgase. So wirkt der Verkehr allen Klimaschutz-Anstrengungen entgegen.“
Jeder zweite Bundesbürger besitzt ein Auto. In Berlin gibt es ca. 300 Autos auf 1000 Einwohner, in Frankfurt/Main liegt die Zahl bei etwa 600 bis 700 Autos auf 1000 Ewh. Jeder Bürger unternimmt, statistisch gesehen, wenigstens einmal jährlich eine Flugreise. Doch diese Art der Mobilität hat langfristig einen zu großen Preis: den drohenden Klimakollaps.
Allein die deutschen PKWs hatten 1995 einen C02-Ausstoß von 109 Millionen Tonnen. Laut Experten ist klar, dass diese Zahl in naher Zukunft kaum abnehmen wird. Beim LKW-Verkehr werden bis zum Jahr 2010 eine Steigerung um fünfzehn Millionen Tonnen auf insgesamt 63 Millionen Tonnen CO2 prognostiziert. Noch düsterer ist die Perspektive beim Flugverkehr: Hier erwarten die Wissenschaftler bis zum Jahr 2010 fast eine Verdoppelung der CO2-Emissionen auf 33,6 Millionen Tonnen, verglichen mit dem Jahr 1995 (17 Millionen).
„Die Menschen wollen fahren, wie sie es gewohnt sind: jederzeit, in vertrauter Umgebung“, sagt Mobilitätsforscher Andreas Knie.
Weder wissenschaftliche Erkenntnisse oder gute Beteuerungen noch politische Forderungen konnten erreichen, den ungezügelten Anwuchs des Verkehrs zu bremsen.
Anders das wirtschaftlichste aller wirtschaftlichen Argumente: der Preis.
Für Reedereien lohnt es sich ob des teuren Treibstoffes, das Tempo zu drosseln und dafür mehr Schiffe einzusetzen. Der internationale Luftverkehr fliegt in die Krise: Die Margen sind ohnehin gering, und der Kerosin(=Öl)preis frisst sie ganz auf. Und: Die Deutschen kaufen mehr kleine und sparsame Autos, wie die SZ berichtet. Der Preis für Esel als günstige, ökologische Alternative stieg in der Türkei innerhalb eines Jahres von 26 auf 180€. In ihrer 27. Ausgabe (2008 ) berichtet die renommierte „Wirtschaftswoche“ über ein Elektro-Auto als „Ihr nächstes Auto“ und schreibt: „Der hohe Ölpreis, der Klimawandel und Forschritte in der Batterietechnik lassen die Strom-Autos erst richtig attraktiv werden. Die Industrie steht vor einer Revolution.“
Nachhaltige Mobilität lautet das Stichwort (s. Grafik oben). „Ein nachhaltiges Verkehrssystem ist ein Aspekt der globalen Nachhaltigkeit und beinhaltet die Befriedigung der gegenwärtigen Bedürfnisse, ohne dass dabei die Möglichkeiten [und Rechte] künftiger Generationen beeinträchtigt werden (…).“, schreibt der UITP (Internationaler Verband für öffentliches Verkehrswesen, Urheber obiger Grafik).
Nachhaltigkeit könne nur erreicht werden, heißt es weiter, „wenn alle drei miteinander verbundenen Elemente, nämlich Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.
Der Verband schließt aber mit der zuversichtlichen Feststellung: „Eine nachhaltige Mobilität ist umweltpolitisch solide, sozial gerecht und in wirtschaftlicher Hinsicht machbar (…).“
- Zum Weiterlesen:
In diesem Papier [pdf] lassen sich die Positionen nachlesen, die sehr objektiv und und gut ausformuliert sind.
Entry Filed under: Hintergrundartikel. Schlagwörter: Umwelt, Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Ölpreis, Öl, Zukunft, Energie, Gesellschaft, Benzin, Benzinpreis, Klimawandel, fossile Energien, Mobilität, Verkehr, nachhaltige Mobilität, Auto, C02, Emissionen.
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1.
Verkehr praktisch « green.social blog | 29. November 2009 at 11:15
[...] dem Themenbereich „nachhaltige Mobilität“ auseinandergesetzt haben, und schon einige grundsätzliche Thesen entwickelt haben, möchten wir uns noch einmal mehr dem Thema widmen – in einem klitzekleinen [...]