Papst: Umweltschutz statt Konsum
27. Juli 2008 at 10:00 2 Kommentare
Der Papst sprach auf dem Weltjugendtag in Sydney, der vor einigen Wochen stattfand, über „grenzenlosen Konsum“. Greifen wir aus diesem religiösen Input einmal die wesentlichen Kernpunkte heraus, die das Oberhaupt der Katholiken angesprochen hatte:
- „Zerstörung und Ausbeutung der Erde“, u.A. durch Entwaldung, Erosion, Ressourcenverschwendung und Klimawandel, „um einen unersättlichen Konsumhunger zu befriedigen“.
- Welche Welt wollen wir künftigen Generationen übergeben?
- Untaten ermöglicht durch „geistige Leere infolge materiellen Wohlstands“ und „falsch verstandene Freiheit“
Wie auch immer man zu katholischer Theologie stehen mag – das ist nicht Thema dieses Blogs. Dass sich der Papst allerdings zu Umweltschutz und „grenzenlosem Konsum“ äußert, beweist eines: Umweltschutz hat tatsächlich mit sozialer Gerechtigkeit und mit Ethik zu tun.
Wenn der Papst über „Ausbeutung der Erde“ spricht, so ist das keine Neuigkeit. Wichtig werden die folgenden Punkte, die auch weiterhin eine große Bedeutung haben:
Denn diese „Ausbeutung“ kann durchaus angemessen sein – aus soziologischer und wirtschaftlicher Sicht. Kritisch wird es nur, wenn das unausgeglichen erfolgt (also einige mehr ausbeuten als andere), oder über das Maß der Belastbarkeit hinaus. In der Tat ist in unserer heutigen Wirklichkeit beides der Fall.
Das berüht verschiedene Ebenen der (Un-)Gerechtigkeit. Einerseits die Gerechtigkeit, die innerhalb der Lebenden herrschen soll: intragenerationelle Gerechtigkeit. Andererseits der Gerechtigkeit gegenüber kommenden Menschen und Lebewesen, also über Generationen hinweg: intergenerationelle Gerechtigkeit.
Das ist der zweite Punkt des Papstes: Welche Welt wir nämlich kommenden Generationen übergeben wollen. Ein heute zehnjähriger Junge wird von den Folgen des Klimawandels bereits massiv getroffen. Die Folgen unseres Handelns wirken sich global bereits heute aus – wenn auch höchst ungerecht. In der Zeitleiste verschoben und Richtung Zukunft orientiert, wirkt das noch viel mehr.
Alle kommende Lebewesen werden z.B. vom Klimawandel negativ betroffen sein. Das muss stets vor Augen bleiben.
Und schließlich geht es schwer ins Moralische: Eine „falsch verstandene Freiheit“ wohne laut Papst diesem Verhalten inne. Und ja: Lässt man sich auf eine moralische Beurteilung ein, so kann man unmöglich zu einem anderen Schluss kommen. Wenn die globale Minderheit der Reichen und Privilegierten die große Masse der ärmeren Menschen ausbeutet, so resultiert das aus der Freiheit, sich zu „Weltbeherrschern“ aufzuschwingen. Doch falsch verstanden wurde iese Freiheit dann allemal. Und die Gedankenlosigkeit, mit der wir konsumieren, ist zum Teil erschreckend: Nicht nur, dass wir viel Konsum betreiben – wir tun es auch noch, ohne die Folgen gründlich abzuwägen!
Der Papst selbst kommt zu dem Schluss:
„Das Wunder der göttlichen Schöpfung erinnert uns, dass es nötig ist, die Umwelt zu schützen und mit den Schätzen der Erde verantwortlich umzugehen“
Auch so kann man es sehen. Wie auch immer: Umweltschutz und Gerechtigkeit gehören zusammen – und beides muss bei uns weiter verwirklicht werden.
Eintrag abgelegt unter Kurzeintrag/Aktuelles. Tags: Gerechtigkeit, Konsum, Papst, Umweltschutz.
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1.
greensocial | 10. August 2008 um 23:30
Aufgrund einer technischen Panne ist dieser Post erst jetzt erschienen – eigentlich sollte er zeitnaher gepostet werden.
Aber die Statistiken zeigen: Ebenso wie wir, waren auch viele Leser in den vergangenen drei Wochen eher Sommerferien und -loch zugeneigt… So dürfte der Mangel an Blogposts kein allzu großes Problem darstellen.
2.
greensocial | 9. November 2008 um 19:04
Zum Weiterlesen:
http://greensocial.wordpress.com/2008/11/09/umweltethik-und-klimawandel/