Globaler Wandel: Bevölkerungswachstum
17. Mai 2008
Seit einiger Zeit ist es in den Medien wieder “in”, sich mit Umweltproblemen zu befassen. Hey, scheinen die einen zu denken, endlich wieder ein Untergangsszenario! Und die anderen halten dagegen und erzählen: Alles Schwachsinn, was die Wissenschaft da wieder behauptet!
Aber spätestens seit dem letzten Bericht des IPCC (“Intergovernmental Panel on Climate Change”, die UN-Kommission zum Klimawandel) im Jahr 2007 ist klar geworden, dass in Sachen Klimawandel doch was im Gange ist.
Aber globaler Wandel ist nicht nur Klimawandel. Sicher, der gehört auch dazu, aber wie kommt es eigentlich zu Prozessen des Wandels? Und, was bedeuten sie für uns? Leben wir auf einem akzeptablen Niveau auf diesem Planeten? Und wie sind unsere Perspektiven?
Die Erde hat, seit sie besteht, schon viel miterlebt. Warmzeiten, Eiszeiten, und sogar die Kontinente verrutschten über die Zeit ganz schön, und dann war da auch noch sowas wie Evolution. Wandel ist alo eigentlich nichts neues – und schon gar nichts, was irgendwie schlecht ist.
Aber wie gesagt, zeichnet sich seit einiger Zeit ab, dass es nun allein menschliche Einflüsse sind, die innerhalb relativ kurzer Zeit große Veränderungen hervorrufen.
Überflutungen, Dürren, Zyklone und Tsunamis, Luftverschmutzung, Abholzung, Wüstenbildung, Wasserverschmutzung – aber auch wachsende Armut, Epidemien oder Technologienverbreitung: All das ist globaler Wandel.
Wir möchten ganz weit ausholen. Den Themenkomplex “Globaler Wandel” und “Nachhaltigkeit” beginnen wir mit der Bevölkerungsentwicklung – denn die ist eine der Hauptursachen.
Im Jahr 1700 betrug die Weltbevölkerung noch etwa eine halbe Milliarde Menschen. 200 Jahre vergingen, und es tat sich im allgemeinen trend nicht viel. Es gin stetig, aber ganz sanft nach oben. Doch ab 1950 legt sie dramatisch zu; in einer langsam ansteigenden Kurve ergibt sich nun eine steile Neigung nach oben. Von etwa 2,5 Milliarden Menschen (1950) stieg die Weltbevölkerung auf 6 Milliarden bis zur Jahrtausendwende.
Und das Ding bei der Bevölkerungsentwicklung ist ja: Der Prozess findet exponentiell statt. Das ist ganz klar, denn statistisch gesehen funktioniert folgende Gleichung: mehr Menschen = mehr Kinder = mehr Menschen. Das klingt banal, ist aber eine der grundlegenden Entwicklunge. Natürlich, wenn es mehr Menschen auf der Welt gibt, so bekommen diese (im Durchschnitt) auch mehr Kinder. Und wenn die groß sind, bekommen sie auch wieder Kinder.
Man kann es auch anders formulieren. Die Zunahme in einem definierten Zeitintervall ist nicht konstant, sondern wächst im Verhältnis zum Bestand. Wenn in einem Beet ein (!) Unkraut wächst, dann ist das weiter nicht schlimm. Vermehrt sich das Unkraut jedoch so, dass es seine Anzahl jeden Tag verdoppelt, wäre am 29. Tag das halbe Beet mit Unkraut bedeckt. Am 30. Tag wäre jedoch das ganze Beet voller Unkraut, das die restlichen Pflanzen erstickt.
Die Entwicklung erscheint also am Anfang nicht dramatisch – doch später geht es ganz schnell. Man kann fast einen ganzen Monat warten, doch dann bleibt nur noch ein Tag Zeit, um das Beet zu “retten”.
Die Weltbevölkerung wächst momentan jedes Jahr um schätzungsweise 76 Millionen Menschen, also um etwa 210.000 pro Tag. Bis 2050 erwartet die UN einen Stand der Weltbevölkerung von 9 Milliarden, für 2100 von 12 Milliarden.
Problematisch ist das, weil…
“vor allem in Hinblick auf die globalen Ressourcen die Bevölkerungsentwicklung von großem Interesse [ist], da Bevölkerungswachstum gekoppelt mit ökonomischer Marktintegration eine beschleunigte Reduzierung der natürlichen Vorkommen bedeutet.”
Oder, ganz einfach formuliert: Mehr Menschen brauchen auch mehr Essen, Häuser und Energie und wollen so gut wie möglich leben. Also werden mehr Rohstoffe verbraucht, je mehr Menschen es gibt.
Und irgendwo stößt die Kapazität der Erde an ihre Grenzen. Das haben einige kluge Autoren schon im Jahr 1972 erkannt – und über die Limits Of Growth geschrieben.
Darum geht es nächstes Mal.
Wer weiterführende Infos sucht: Gute Informationen zum globalen Bevölkerungswachstum bietet die bpb – Bundeszentrale für politische Bildung.
Entry Filed under: Hintergrundartikel. Schlagwörter: Bevölkerungswachstum, globaler Wandel, Grenzen des Wachstums.
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1.
Wirtschaftswachstum: Quelle alles Wandels « | 16. Juni 2008 at 16:25
[...] Quelle alles Wandels An dieser Stelle ging es zuletzt um Effekte des globalen Wandels und um die Grenzen des Wachstums, um Tragfähigkeit und auch um die Wichtigkeit intakter [...]
2.
Wirtschaftswachstum: Quelle allen Wandels « | 16. Juni 2008 at 16:26
[...] Quelle allen Wandels An dieser Stelle ging es zuletzt um Effekte des globalen Wandels und um die Grenzen des Wachstums, um Tragfähigkeit und auch um die Wichtigkeit intakter [...]
3.
Welt-AIDS-Tag « green.social blog | 1. Dezember 2008 at 21:53
[...] verdeutlicht werden. Breitet sie sich wie bisher exponentiell aus (gleiches Prinzip wie beim Bevölkerungswachstum), so stellt sie reell eine unglaubliche Gefährdung der Menschen dar. Das müssen wir uns vor Augen [...]
4. Welt Aids Tag - 1. Dezember « | 1. Dezember 2008 at 22:15
[...] verdeutlicht werden. Breitet sie sich wie bisher exponentiell aus (gleiches Prinzip wie beim Bevölkerungswachstum), so stellt sie reell eine unglaubliche Gefährdung der Menschen dar. Das müssen wir uns vor Augen [...]